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Meißen

Kein Entgegenkommen bei der Gewichtheberhalle

Die Stadtverwaltung schlägt Angebote für alternative Lösungen aus – Sportlern droht die nächste Saison im Schnee.

Kein Reinkommen – jedenfalls nicht für die Sportler des MSV 08, denn die ehemalige Gewichtheberhalle ist von der Stadtverwaltung für die Lagerung von Baumaterialien und Fahrzeugen vorgesehen.
Kein Reinkommen – jedenfalls nicht für die Sportler des MSV 08, denn die ehemalige Gewichtheberhalle ist von der Stadtverwaltung für die Lagerung von Baumaterialien und Fahrzeugen vorgesehen. © Claudia Hübschmann

Meißen. Um die Fahrzeughalle des Bauhofes auf der Jaspisstraße im Triebischtal künftige als Ausstellungsort für historische Straßenbahnen nutzen zu können, hat der Stadtrat auf seiner Sitzung am 5. Juni eine außerplanmäßige Ausgabe in diesem Haushaltjahr in Höhe von 378.000 Euro einstimmig beschlossen. Mit dem Geld sollen die Sanierung von Dach, Fassade, Türen und Fenstern sowie Sanitäranlagen und Beleuchtung bezahlt werden.

„Für die in der Fördermaßnahme enthaltene Dachsanierung besteht jedoch eine besondere Dringlichkeit, insbesondere im Hinblick auf den im August 2018 erfolgten Teileinsturz des Hauptträgers aufgrund von Befall durch den Echten Hausschwamm und die anschließende Notsicherung.“ Die Stadträte versäumten es, die Verwaltung zu beauftragen, nochmals nach Möglichkeiten zu suchen, um die in der Fahrzeughalle abgestellten Fahrzeuge und das dort gelagerte Material nicht in der alten Gewichtheberhalle im Sportzentrum am Heiligen Grund zwischenzulagern, sondern nach anderen Orten zu suchen.

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Es liegt nahe, den Platz neben der Fahrzeughalle als Zwischenlager zu nutzen. Dem erteilte Oberbürgermeister Olaf Raschke (parteilos) Ende März in seiner Antwort auf die Anfrage der Stadträtin Dorothee Finzel (Freie Bürger) eine Absage: „Alternativen für die Lagerung auf dem Bauhofgelände selbst sind nicht möglich, da die Fahrzeughalle energetisch saniert wird und im Vorfeld umfassende Tiefbauarbeiten auf dem Gelände notwendig werden.“ 

Davon allerdings ist im Stadtratsbeschluss zwei Monate später so nichts zu lesen. Raschke argumentierte in seiner Antwort an Stadträtin Finzel weiter, dass es in der ganzen Stadt keine geeigneten Alternativobjekte gebe. Zum 3.000 Quadratmeter großen Areal Höroldtstraße 3, das die Stadt im April 2017 für 210.000 gekauft hat, schreibt er: „Der Zustand der Werkstatthalle ist sehr schlecht und aufgrund von Dacheinstürzen gefährlich. Die Nebengelasse sind als Pkw-Stellflächen vermietet.“

Auch bei der Feuerwehr, der alten Straßenmeisterei und im ICM gebe es keine freien Kapazitäten. Private Hallen kosteten durchschnittlich 3,50 Euro pro Quadratmeter Miete. Anfang Mai hatte Raschke auf eine SZ-Nachfrage mitteilen lassen: „Die Stadt Meißen ist gehalten, ihren kommunalen Pflichtaufgaben durch sparsame Verwendung von Haushaltsmitteln nachzukommen, dazu gehört auch die vorrangige Nutzung von in städtischem Eigentum befindlichen Immobilien gegenüber extern anzumietenden Objekten.“

Daraufhin bot die Initiative „Bürger für Meißen – Meißen kann mehr“ an, Lagerkapazitäten kostenlos zur Verfügung zu stellen. Das erklärte etwa der Bauunternehmer Ingolf Brumm. Walter Hannot, der Sprecher der Bürgerinitiative, wandte sich an die Stadtverwaltung mit einem entsprechenden Schreiben.

Bürgermeister Markus Renner antwortete: „Auch wir sehen die Unterbringung von Materialien in der alten Gewichtheberhalle als keine dauerhaft geeignete Lösung. In diesem Jahr gibt es jedoch sowohl mit der Nutzungseinschränkung im Bauhof als auch mit dem Umzug der Questenbergschule in die 4. Grundschule immer wieder kurzfristigen Bedarf an Zwischenlagerungen, wofür die alte Gewichtheberhalle genutzt wird.“

Der Verwaltung sei bewusst, dass bei verschiedenen Vereinen ein grundsätzliches Interesse an einer Nutzung des Objektes bestehe. „Kurzfristige und teilweise Nutzungen des Objektes werden derzeit besprochen – z. B. Logistikflächen für das Turnier der Blauen Schwerter.“

Derzeit sind die Fenster der Gewichtheberhalle verhangen, sie selbst ist leer.

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