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Kein Geld für alte Försterei?

Einen schönen Anblick bietet das historische Gebäude in Ullersdorfs längst nicht mehr. Die Stadt Radeberg als Eigentümer hat aber andere Pläne.

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© Thorsten Eckert

Von Jens Fritzsche

Ullersdorf. Der Volksmund weiß es ja eigentlich, man soll möglichst nie hinter die Kulissen schauen. Das gilt natürlich auch in Ullersdorf. Genauer gesagt, gilt es für das Gebäude des Ortsamtes an der Ullersdorfer Hauptstraße. Von der Straßenseite aus mag das historische Gebäude, in dem auch das Forstamt untergebracht ist, ja noch einen einigermaßen vernünftigen Eindruck vermitteln. „Aber wer von hinten schaut“, sagte CDU-Ortschaftsrat Uwe Meyer kopfschüttelnd während der jüngsten Ortschaftsratssitzung.

Und tatsächlich ist es kein wirklich schöner Anblick, der sich da aus Richtung Försterhain bietet. Dabei ist das ein durchaus bliebter Wanderweg, am idyllischen Försterteich vorbei in die Heide hinein. Wird die Stadt Radeberg, der das Gebäude gehört, nun noch einmal Geld in die Hand nehmen, um den Fachwerkbau zu sanieren? „Sicher nicht“, macht Ullersdorfs Ortsvorsteher Frank-Peter Wieth (CDU) klar. Wobei das kein böser Wille der Stadt ist, sondern es wäre ja im Prinzip sinnlos investiertes Geld. „Schließlich soll ja im Zuge des Baus der neuen Mehrzweckhalle zwischen Gasthof und Grundschule auch das leer stehende Gasthof-Gebäude umgebaut werden und das Ortsamt künftig dort zu finden sein“, beschreibt der Ortsvorsteher. Die Hoffnung ist dabei groß, dass die Realisierung dieser Pläne in gar nicht allzu ferner Zeit möglich sein könnte. „Denn wenn alles gut läuft und wir beim Bau der Mehrzweckhalle Geld einsparen können, wie sich das ja bisher andeutet, könnte dieses Geld dann gleich in den Gasthof fließen“, so Wieth. Ullersdorf werde das jedenfalls so bei den in Kürze startenden Haushalts-Beratungen Radebergs für die kommenden zwei Jahre anmelden, machte der Ortsvorsteher in der Ortschaftsratssitzung klar. Und Radebergs Kämmerer Sven Lauter, der ebenfalls in der Sitzung saß, notierte das Ganze schon mal vorsichtshalber.

Heißt, das historische Gebäude an der Ullersdorfer Hauptstraße wird demnächst nicht mehr als Ortsamt gebraucht. „Die Stadt will das Haus verkaufen, das ist ja kein Geheimnis mehr – also wird natürlich nichts mehr in eine Sanierung investiert“, macht Frank-Peter Wieth deutlich.

Wie schnell sich ein Käufer finden lässt, ist dabei natürlich offen. Ein schmuckes Gebäude ist das ursprünglich bereits als Forstamt gebaute Haus allemal. Seit 1600 hat die Försterei hier ihren Sitz, ist in der Ortschronik zu lesen – das Gebäude mitten im Ort steht unter Denkmalschutz. Und das Interesse an historischen Gebäuden ist derzeit durchaus da, heißt es.