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Kein Geld für Bahnhofsvorplatz Niedersedlitz

Verkehrswirrwarr, buckliges Pflaster und fehlendes Licht ärgern die Fahrgäste. Frühestens 2015 könnte sich das ändern.

Von Rafael Barth

Eigentlich wollte Bärbel Eckardt nur nach einem beschwingten Abend nach Hause fahren. Die 60-Jährige hatte sich in der Innenstadt mit ehemaligen Schulkameraden getroffen. Mit der Straßenbahn ging es zum Bahnhof in Niedersedlitz. Dort musste sie umsteigen, um mit dem Bus nach Luga zu gelangen. Doch in Niedersedlitz stand sie im Dunkeln. Die Wartezeit war unangenehm, denn die Haltestelle ist nicht beleuchtet. „Da ist nachts kein Fahrplan zu sehen“, sagt Bärbel Eckardt. „Überall wird was gemacht, aber hier am Stadtrand passiert nichts.“

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Bärbel Eckardt ist nicht die Einzige, die sich an dem schlechten Zustand des Vorplatzes stört. Immer wieder haben sich Anwohner und Reisende beschwert. Doch eine Besserung scheint nicht in Sicht zu sein. Die Stadt will den Knotenpunkt zwar modernisieren. Geld hat sie dafür aber nicht. „Die Vorplanung befindet sich kurz vor dem Abschluss“, teilt Baubürgermeister Jörn Marx (CDU) mit. Alle Verkehrsanlagen sollen barrierefrei ausgebaut werden. Die Stadt will Straßenbahngleise und Fahrleitungsanlagen komplett erneuern. Die Haltestellen für Tram, Bus und S-Bahn werden miteinander verknüpft, ein Park+Ride-Platz neu angelegt. Der Vorplatz soll durch Aufenthalts- und Grünflächen schöner werden. Klingt gut. Doch wann die Arbeiten beginnen und wie viel sie kosten werden, bleibt weiter unklar. „Im aktuellen Haushalt sind für die Baumaßnahmen keine Mittel eingestellt“, sagt Marx. So müssen die Fahrgäste auch weiterhin mit dem schlechten Zustand leben. Dabei ist das fehlende Licht nicht das einzige Problem.

Wenn Fahrgäste aus der S-Bahn aussteigen, um zu Bus, Straßenbahn oder Taxi zu gelangen, müssen sie über buckliges Pflaster. Bei Regen entsteht dort eine Wasserstraße. Die Haltestellen sind nicht barrierefrei. Trams und Busse halten an verschiedenen Punkten. „Solche Zustände sind nicht gerade zuträglich, um Leute zu bewegen, vom Auto in den Nahverkehr umzusteigen“, sagt der Niedersedlitzer FDP-Stadtrat Jens Genschmar. Er setzt sich schon lange für eine Neugestaltung des Platzes ein. Laut den Dresdner Verkehrsbetrieben (DVB) sind dort täglich etwa 2 300 Menschen unterwegs, die Bus oder Tram nutzen.

Frühestens 2015 könnte der Ausbau des Platzes beginnen, vorausgesetzt die Stadt plant Geld dafür ein. Jens Genschmar plädiert dafür, schon frühzeitig die Bürger in die Pläne einzubeziehen. „Im ersten Quartal 2014 sollte es dazu eine Bürgerversammlung geben“, sagt er. Einen entsprechenden Antrag hat die FDP-Fraktion jetzt bei der Stadt eingereicht. Die Sanierung ist dringend notwendig“, sagt Genschmar. Der Bahnhof Niedersedlitz sei die größte und wichtigste Umsteigemöglichkeit für den öffentlichen Personennahverkehr im Dresdner Südosten.

Bis der Ausbau beginnt, wird es an der Bushaltestelle trotzdem kein extra Licht geben, sagt Falk Lösch, Sprecher der Verkehrsbetriebe. Der Unterstand sei lediglich ein Provisorium. Um ihn zu beleuchten, müssten die Straße aufgerissen und Kabel verlegt werden. „Das lohnt sich vor der Umgestaltung des Platzes nicht mehr“, sagt er. Der neue Bahnhofsvorplatz werde aber sicher beleuchtete Haltestellen haben. Bis dahin stehen Fahrgäste weiter im Dunkeln.