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Allein auf der Suche nach der Diebesbeute

Rüdiger Horn ist diesen Monat viermal von Dieben heimgesucht worden. Jetzt hat er auf eigene Faust ermittelt.

Der Seifhennersdorfer Stadtrat Rüdiger Horn betreibt die Gaststätte Waldschlößchen und hält Pferde. Viermal ist er im Juli von Dieben heimgesucht worden.
Der Seifhennersdorfer Stadtrat Rüdiger Horn betreibt die Gaststätte Waldschlößchen und hält Pferde. Viermal ist er im Juli von Dieben heimgesucht worden. © Matthias Weber/photoweber.de

Der Juli ist nicht sein Monat. Zumindest hat Rüdiger Horn in Seifhennersdorf schon wesentlich bessere Monate erlebt. Der 55-Jährige betreibt die Gaststätte "Waldschlößchen" in der Neugersdorfer Straße. Dazu gehört ein großes Grundstück mit Garagen, Schuppen und Stallungen. Zwischen dem 9. und 17. Juli ist bei ihm viermal eingebrochen worden.

Seitdem läuft bei Rüdiger Horn der Stromzähler sobald es dunkel wird, mehr als sonst. Mit einem großen Scheinwerfer leuchtet er seinen Hof aus. Auch eine Überwachungskamera gibt es mittlerweile auf dem Grundstück. Zig Nächte hat er sich um die Ohren geschlagen und mit Schlafsack und Liege auf der Terrasse verbracht. Von hier kann er den Hof gut überblicken. Aber alles vergebens. "Ich hab es inzwischen aufgegeben und schlafe wieder im Haus. Es gibt bei mir ja auch nichts mehr zu holen", sagt er.

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Noch immer hat die Polizei keine Spur von den Tätern. "Aktuell gibt es zu diesen Fällen keine neuen Informationen zu vermelden", schildert am Mittwoch die Pressesprecherin der Polizeidirektion in Görlitz, Anja Leuschner, auf Nachfrage der SZ.

Vermutet er die Diebe am richtigen Ort?

Rüdiger Horn vermutet die Seriendiebe jenseits der Grenze, die nur wenige Meter von seinem Haus entfernt liegt, in Tschechien. "Vor zwei, drei Jahren gab es dort eine Amnestie. Ein paar der freigelassenen Straftäter wohnen jetzt dort drüben", schildert er und zeigt auf ein Haus. Ein Polizist hat ihm das erzählt. Es ist das alte Zollhaus auf tschechischer Seite. Von seinem Grundstück ist man in ein paar Minuten dort.

"Wir haben natürlich im Polizeirevier Zittau-Oberland Kollegen, die im Internet prüfen, ob dort gestohlene Sachen angeboten werden", berichtete die Polizeisprecherin gleich nach dem letzten Einbruch. Aber nach solchen Diebstählen, wie bei Horn wird die Hehlerware meist in der Region angeboten, schildert sie. 

Rüdiger Horn weiß, dass die deutsche Polizei nach seinen gestohlenen Sachen nicht im Nachbarland suchen kann. Er traut sich das aber zu. Der 55-Jährige wollte sich später nicht den Vorwurf machen, es nicht einmal versucht zu haben. Er weiß von Läden in Varnsdorf und Rumburk, die mit Gebrauchtwaren handeln. Vielleicht wird da was angeboten, was ihm gehört, denkt er.

In Tschechien den interessierten Kunden gespielt

Also ist Rüdiger Horn selber los und mimte im Nachbarland den interessierten Kunden. Seine Kettensägen, Bohr-, Schleif- und anderen elektrischen Maschinen sowie die gestohlenen Werkzeugkoffer kennt er genau. Rüdiger Horn ist sich hunderprozentig sicher, dass er sie wiedererkennen würde, wenn sie irgendwo in einem Laden liegen. 

"Ich bin in zwei Läden in Varnsdorf und in zwei Läden in Rumburg und auch  bei einigen privaten Händlern gewesen. Aber ich habe nichts gefunden, was mir gehört", erzählt er enttäuscht. 

Und die Versicherung macht nun seinen Pech-Monat komplett. "Sie zahlt nicht", sagt er. Eine neue findet er auch nicht. 

Große Anteilnahme

Etwas Gutes hat er in den letzten Tagen dann aber doch erlebt. Die Reaktionen und Anteilnahme nach dem Bericht in der SZ waren nämlich groß. Vor allem wegen des gestohlenen Balkenmähers, den er so dringend zum Futtermachen für die sieben Pferde braucht, die in seinen Ställen am Haus stehen. Die Pferde gehören Kristin Wohlstein, die ebenfalls mit im Haus wohnt. 

"Mir wurde beispielsweise ein gebrauchter Balkenmäher günstig zum Kauf angeboten. Aber ein Bekannter hat mir dann zum Glück erst einmal einen geborgt", schildert Rüdiger Horn. Mittlerweile hat er einen alten Balkenmäher wieder reparieren lassen, sodass er mit dem Futtermachen für die Pferde über die Runden kommt.

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Zufrieden ist Rüdiger Horn trotzdem nicht. Er hätte schon gern seine Sachen wieder. Und vor allem wüsste er gern die Diebe hinter Schloss und Riegel.   

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