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Weißwasser

Kein Hochzeitsboom zu Schnapszahl-Daten

Paare der Region halten wenig von den besonderen Februar-Terminen. Viel interessanter sind spezielle Orte für das „Ja“.

Kleid, Blumen, Ringe, Torte, Einladungen - für eine Hochzeit ist sehr viel zu planen. Einen Überblick können sich Paare bei Hochzeitsmessen wie hier bei Porta verschaffen.
Kleid, Blumen, Ringe, Torte, Einladungen - für eine Hochzeit ist sehr viel zu planen. Einen Überblick können sich Paare bei Hochzeitsmessen wie hier bei Porta verschaffen. © Pawel Sosnowski

Echte Schnapszahl-Daten hält 2020 nicht bereit, aber immerhin eingängige Termine wie 20.02.2020 oder den 29.02.2020. Einen Ansturm auf die Standesämter der Region bringen diese gut zu merkenden Daten aber nicht. Zwar werden am 20.02.2020, also diesen Donnerstag, immerhin zwei Paare im Alten Schloss in Bad Muskau getraut, drei in Weißwasser und ein Paar in Boxberg. Doch andere eingängige und symbolträchtige Termine wie der 29.2., der 6.6. oder der 8.8. sind für Paare nur selten von Interesse. „Spezielle Daten sind bei uns generell selten gefragt. Das war schon immer so“, weiß die seit 23 Jahren tätige Boxberger Standesbeamtin Carmen Hantschke.

Im Vorjahr trauten sie und ihr Kollege Arian Leffs insgesamt 24 Paare. Viele davon unter freiem Himmel am Ufer des Bärwalder Sees. Die romantische Zeremonie mit Karibik-Feeling ziehe, laut Hantschke, deutlich mehr Paare an als ein besonderes Hochzeitsdatum. „Der See und das damit verbundene Angebot haben die Nachfrage nach Trauungen bei uns deutlich erhöht. Die Paare und Hochzeitsgesellschaften kommen inzwischen aus dem ganzen Freistaat, aus Berlin, Dresden und Bayern.“ Laut Hantschke werde dies 2020 ebenso sein. Schon jetzt seien viele der bereits 12 vorliegenden Anmeldungen mit Trauungen am See verbunden. „Besonders gefragt sind bislang der 8. August mit zwei und der 20. Juni mit drei Eheschließungen am See, wodurch wir bei letzterem Termin aus logistischen Gründen bereits ausgebucht sind“, so die Boxberger Standesbeamtin.

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Auch in Bad Muskau ist der 20. Juni 2020, ein Sonnabend, als Termin für das Ja-Wort beliebt. Hier geben sich im Alten Schloss zwei Paare das Ja-Wort. In Görlitz stehen sieben Trauungen im Standesamt-Kalender und auch in Weißwasser finden sich die meisten der bislang 19 Voranmeldungen an Wochenenden in den Sommermonaten. „Ein Paar trauen wir allerdings auch am 29. Februar. Sie wollten genau dieses Schaltjahr-Datum“, begründet Standesbeamtin Birgit Stedler, die mit ihren Kolleginnen seit 2017 auch Trauungen bei der Waldeisenbahn vornimmt. Sechs Eheschließungen fanden seither in diesem speziellen Ambiente statt. Ein Paar interessiert sich für eine Waldeisenbahn-Trauung im Herbst 2020.

Übrigens: Anders als bei den meisten Standesämtern nehmen die Weißwasseraner auch Voranmeldungen und Wunschtermine über die gesetzliche Frist von bis zu sechs Monaten an. „Das müssten wir nicht. Aber wir machen die Reservierungen aus Kulanz und weil wir uns über jede Eheschließung in unserem Standesamt freuen“, begründet Birgit Stedler. Nicht zuletzt durch diesen Bürgerservice fanden im letzten Jahr 46 Eheschließungen in Weißwasser statt. Zudem bearbeiteten die Standesbeamtinnen weitere 18 Anträge für Eheschließungen außerhalb der Heimatregion Immerhin geben sich Paare das Ja-Wort gerne auch an Orten, an denen man gemeinsam Urlaub machte, sich kennenlernte oder die Heimat des Partners ist.

Von diesem alten, neuen Trend profitiert insbesondere das Standesamt Bad Muskau, welches auch Trauungen im Museum Sagar, im Fürst-Pückler-Schloss, in der Orangerie im Pückler-Park sowie im Schloss Kromlau ermöglicht. „Die Nachfrage nach Trauungen in Kromlau steigt. Das liegt wohl daran, dass Park und Rakotzbrücke inzwischen weltbekannt sind und sich dort tolle Hochzeitsfotos machen lassen“, meint die Bad Muskauer Standesbeamtin Susann Lorenz. Die Folge: 2019 verzeichnete das Standesamt 100 Trauungen! „Das war eine Punktlandung, die ich in elf Jahren als Standesbeamtin noch nie erlebte“, verrät Lorenz.

Da ihr und den Kollegen bis Ende August 2020 bereits 62 Voranmeldungen Ehewilliger aus der Region und ganz Deutschland vorliegen, geht Susann Lorenz davon aus, dass es bis Jahresende wieder bis zu 120 Trauungen geben könnte. Denn im Vorjahr nahm der Hochzeitsboom, trotz zahlreicher Schnapszahl-Daten, in fast allen regionalen Standesämtern im Vergleich zum Jahr davor deutlich ab.

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