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Hoyerswerda

Kein Kneipen-Trubel zum St. Patrick’s Day

Am Montagabend wurde im „Black Raven“ in Hoyerswerda das vorerst letzte Bier gezapft.

Michael Beer gehörte am Montagabend zu den letzten Gästen im Irish-Pub „Black Raven“ in Hoyerswerda, kurz nachdem die Bundeskanzlerin die Schließung aller Kneipen angeordnet hatte.
Michael Beer gehörte am Montagabend zu den letzten Gästen im Irish-Pub „Black Raven“ in Hoyerswerda, kurz nachdem die Bundeskanzlerin die Schließung aller Kneipen angeordnet hatte. © Foto: Katrin Demczenko

Von Katrin Demczenko

Hoyerswerda. Sein Feierabendbier im Irish Pub „Black Raven“ schmeckte Michael Beer am Montagabend wie immer. Nur dass er in diesem Moment mit dem Wirt Thomas „Ecki“ Eckhardt allein im Gastraum war, wies auf die Besonderheit des Tages hin. Erst eine halbe Stunde vorher hatte die Bundesregierung im Kampf gegen die Weiterverbreitung des seit Wochen auch in Deutschland grassierenden Coronavirus drastische Maßnahmen verkündet, wozu auch die Schließung aller Kneipen gehört.

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Die Sozialkontakte der Bürger sollen noch stärker eingeschränkt werden, damit sich möglichst niemand mehr beim Nächsten ansteckt, zeigt Michael Beer Verständnis für diese Maßnahme. „Das muss akzeptiert werden und ist höhere Gewalt.“ Doch noch hatte der „Black Raven“ offen und so sei er schnell noch mal hingegangen, um dem Wirt zu „helfen“. Thomas Eckhardt musste leider verkünden, dass er die fest eingeplante Fete zum Irischen Nationalfeiertag St. Patrick’s Day am Dienstagabend sowieso nicht mehr hätte durchführen können. Die Band und mehrere Gäste hatten aufgrund der aktuellen Entwicklung kurzfristig abgesagt. „Die Ungewissheit, die verbreitet wird, ist einfach schrecklich“, findet der Wirt. Im Fernsehen und Radio werde immer nur verkündet, die Kranken müssten in Quarantäne gehen und die Symptome der Schwerkranken werden im Krankenhaus behandelt. Niemand sagt etwas dazu, wie das Virus bekämpft werden kann und wie weit die Forschungen dazu gediehen sind, beklagt der Gastwirt. Jedes Institut in jedem Land forscht allein - so hat es jedenfalls den Anschein - anstatt dass die besten Köpfe aller betroffenen Kontinente zusammenarbeiten. Für solch ein Miteinander sollten sich alle Regierungen einsetzen, erklärte Thomas Eckhardt. Er habe auch gehört, dass Gewerbetreibende und Kleinunternehmer bei finanziellen Einbußen durch die Corona-Krise vom Staat unterstützt werden. Nähere Erläuterungen aber, welcher Art die Zahlungen sind und wie der Einzelne an die Gelder kommt, seien ihm noch nicht bekannt geworden. „Hoffentlich tut sich bald etwas, damit sich die Situation in Deutschland wieder verbessert.“