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Kein normaler Rechtsstreit

über den Freispruch von Reiner Hähnel

Gunnar Klehm

Reiner Hähnel wurde freigesprochen, aus Mangel an Beweisen. Es konnte nicht zweifelsfrei erwiesen werden, dass er am 30. April 2010 einen Rathmannsdorfer, der ihn zuvor verbal provoziert hatte, mit einem Hammer geschlagen und verletzt hat. Was das Landgericht von den Zeugen hörte, war zu zweifelhaft und widersprüchlich. Aussage gegen Aussage. Das Urteil ist nachvollziehbar.

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Dieses Gerichtsverfahren ist für Rathmannsdorf aber kein normales. Je länger es sich hinzog, desto schädlicher wurde es. Es polarisiert und treibt die Einwohner auseinander. Nicht nur das Gericht macht sich Gedanken über die Glaubwürdigkeit der einzelnen Zeugen und deren Motive. Die meisten Dorfbewohner tun das ebenso. Schade ist, dass der Freispruch dieses Misstrauen nicht aus der Welt schaffen kann.

Nach 19 Jahren als Bürgermeister haben viele von der Amtsführung Reiner Hähnels profitiert. Ebenso sind aber auch viele mit dem streitbaren Kommunalpolitiker angeeckt. Auch deshalb ist es eben kein ganz normaler Rechtsstreit zwischen zwei Privatpersonen, so sehr es auch einige Beteiligte immer wieder propagieren. Ein Bürgermeister ist in vielen Dingen die wichtigste Vertrauensperson im Ort – für jeden. Die Ära Hähnel wird in Rathmannsdorf also nicht mit diesem Gerichtsprozess enden. Vollendet wird sie aber nur sein, wenn es dem Bürgermeister gelingt, irgendwie für Versöhnung im Ort zu sorgen.