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Kein Organisationstalent

Ein BA-Student stand wegen Ungereimtheiten nach der Veranstaltung Sportition vor Gericht. Die Verhandlung nahm nun ein überraschendes Ende.

Von Anne Uhlig

Bei der Sportveranstaltung Sportition im Jahr 2011 verschwanden Gelder in unbestimmbarer Höhe. Schuld daran sollte BA-Student Eik H. gewesen sein, der deswegen schon letzte Woche vor Gericht stand. Wie die SZ berichtete, stand die Veruntreuung von bis zu 16 000 Euro zur Debatte. Da jedoch wichtige Unterlagen und ein Hauptzeuge fehlten, wurde die Verhandlung ausgesetzt.

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Die Befragung des nachträglich erschienenen Zeugen ergab nicht viel Neues, außer dass offenbar das freundschaftliche Verhältnis der Organisatoren Schuld am verlustreichen Ausgang der Veranstaltung war. Wegen des Vertrauensverhältnisses zwischen den meisten Beteiligten wurde das was Eik H. tat, nicht weiter überprüft. Da die Beteiligten davon ausgingen, dass der Verein rechtskräftig existierte, traten sie in dessen Namen auf.

In Zeitdruck handelten die Organisatoren unprofessionell. Verträge mit den Sponsoren und Dienstleistern wurden fast immer mündlich geschlossen. Deswegen geben die Unterlagen nur unvollständig Aufschluss über den Ablauf. Den Schaden trugen die Dienstleister, die nicht oder nur teilweise bezahlt wurden.

Außerdem wurde nicht geklärt, wer zu welchem Zeitpunkt Geld von dem zu Vereinszwecken eröffneten Konto abheben durfte. Das Konto lief auf den privaten Namen eines Organisatoren, sollte aber später auf den Verein überschrieben werden. Da aber die Papiere für den Verein nie fertiggestellt wurden, konnte auch das Konto nicht umgemeldet werden.

Da die Geldkarte mitsamt PIN-Nummer jederzeit zugänglich in der Wohngemeinschaft des Angeklagten und der Zeugen lag, konnten Abhebungen und Überweisungen nicht zweifelsfrei dem ehemaligen BA-Studenten zugeordnet werden.

Da die Bareinnahmen während der Sportveranstaltung nicht schriftlich festgehalten wurden, konnte nicht festgestellt werden, ob und wie viel Geld von dort gestohlen wurde. Mehrere Personen hätten die Möglichkeit gehabt, auf das Geld zuzugreifen. Der Verdacht, dass Einnahmen fehlen, konnte im Endeffekt nicht bestätigt werden. Deswegen wurde der Anklagepunkt schließlich fallengelassen.

Möglicherweise hat ihn die chaotische Organisation der ganzen Veranstaltung letztendlich gerettet. Im Endeffekt konnte dem heute 30-Jährigen nur die unerlaubte Überweisung von 100 Euro nachgewiesen werden. Er gab zu, diesen Betrag zu privaten Zwecken vom vorgeblichen Vereinskonto genommen zu haben. Er hatte damit eine Rate seines Laptops bezahlt.

Zugutegehalten wurde dem Angeklagten, dass er die Schulden von rund 13 000 Euro fast ganz aus eigener Tasche bezahlt hat. Am Ende wurde das Verfahren gegen eine Spende von 500 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung eingestellt.