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Kein Plan B fürs Riesaer Obdachlosenheim

Das Ölwerk ist gegen den geplanten Standort in der Nachbarschaft. Aber wo könnte die Unterkunft sonst hin?

Dichter dran am Ölwerk geht nicht: der geplante Standort des neuen Riesaer Obdachlosenheims. Noch läuft ein Widerspruchsverfahren.
Dichter dran am Ölwerk geht nicht: der geplante Standort des neuen Riesaer Obdachlosenheims. Noch läuft ein Widerspruchsverfahren. © Sebastian Schultz

Riesa. Was wird aus dem zweigeschossigen Gebäude neben dem Riesaer Ölwerk? Und wo kann Riesas Obdachlosenheim hinziehen? Das ist derzeit wieder völlig offen. Das Ölwerk hatte Widerspruch gegen die geplante Umnutzung des Gebäudes eingelegt. "Der wird jetzt von der Stadt bearbeitet", sagt Roland Ledwa, Chef der städtischen Wohnungsgesellschaft WGR - ihr gehört das Gebäude.

Damit lasse sich derzeit nicht sagen, wann es mit dem Haus weitergeht. Dabei wäre der reine Umbau überschaubar, sollte die Genehmigung dafür vorliegen. "Wir rechnen dafür mit einem guten halben Jahr", sagt Ledwa. "Die Substanz des Gebäudes ist in so einem Zustand, dass der Aufwand überschaubar ist."

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Planung gestoppt

Im früheren Schulungs- und Fortbildungszentrum müsste man die Räume für die neuen Bewohner verkleinern, was per Trockenbau gehe. Außerdem wären zentrale Dusch- und Waschräume für jede Etage zu schaffen. Und dann wäre noch der Anlieferungs- und Ausgabebereich für die Riesaer Tafel im Untergeschoss zu bauen.

Die Planung habe man bereits bis zur Erstellung des Leistungsverzeichnisses gemacht. Jetzt ruhe sie allerdings - bis eine Entscheidung über den Widerspruch fällt.

Aber was ist, wenn sich das Ölwerk mit seiner Kritik durchsetzt? Das Unternehmen hatte argumentiert, dass sich eine neue Wohnnutzung nicht mit der unmittelbaren Nähe zu einem Industriebetrieb vertrage. Gibt es bei der Wohnungsgesellschaft mit ihrem Immobilienbestand noch einen Plan B? 

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"Nein", sagt Roland Ledwa. Zwar sei auch noch ein Objekt an der Grenzstraße im Gespräch gewesen. Aber das Gebäude dort sei in einem derartigen Zustand, dass ein Umbau zum Obdachlosenheim wirtschaftlich nicht darstellbar sei. Außerdem könne man nicht einfach Gebäude am Stadtrand oder in den Ortsteilen nehmen. "Bei einem Obdachlosenheim kommt es immer auch auf eine relative Nähe zum Zentrum an und auf Einkaufsmöglichkeiten", sagt der WGR-Chef.

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