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„Kein Reitweg ist zerschnitten worden“

Das Landratsamt Görlitz hat jetzt einige Reitwege im Landkreis geändert. Ein Großteil davon befindet sich im Territorium des Altkreises Löbau-Zittau. Ihre Streckenlänge beträgt zwischen reichlich 2,5Kilometern und etwa 50Meter.

Von Holger Gutte

Das Landratsamt Görlitz hat jetzt einige Reitwege im Landkreis geändert. Ein Großteil davon befindet sich im Territorium des Altkreises Löbau-Zittau. Ihre Streckenlänge beträgt zwischen reichlich 2,5 Kilometern und etwa 50 Meter.

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Herr Mannigel, warum sind einige Wanderwege, die auch als Reitwege ausgewiesen waren, nun keine mehr?

Wir müssen davon ausgehen, dass, ob Waldeigentümer, Reiter oder Wanderer für alle Beteiligten die Wege im Wald gebraucht werden und damit einer Mehrfachnutzung unterliegen. Für den amtlichen Widerruf ausgewiesener Waldwege gibt es unterschiedliche Gründe. Zum Beispiel gibt es Reiterhöfe, die nicht mehr existieren und manchmal ändern sich auch die Besitzverhältnisse im Wald und in der offenen Landschaft. Das Kreisforstamt als untere Forstbehörde ist laut Waldgesetz verpflichtet, genügend Reitwege im Wald nach Anhörung der Waldbesitzer auszuweisen. Das geschieht im Ausweisungsverfahren in den meisten Fällen im Einvernehmen mit allen Beteiligten. Liegen die Reitwege aber innerhalb der offenen Gemeindefluren, ist das schon schwieriger, hier brauchen wir die Zustimmung des Eigentümers. Änderungen wird es da immer mal wieder geben. Das kann schon nach einigen Jahren passieren und wir müssen dann aus gegebenem Anlass das Reitwegenetz ändern, was auch laufend erfolgt. Das jetzt durchgeführte Widerrufen von Reitwegen ist im Vorfeld mit den Reiterhöfen und Reitvereinen sowie den Waldeigentümern abgestimmt worden. Unüberwindbare Probleme hat es da keine gegeben.

Betroffen sind bisherige Reitwege in den Ortslagen Großschönau, Hainewalde, Kottmar, Oderwitz, Herrnhut, und Trebendorf. Warum diese und keine im Zittauer Gebirge?

Im Zittauer Gebirge ist das Waldwegenetz schon in den stark frequentierten Naherholungszonen der Gebirgsgemeinden mehrfach belegt. Je näher wir den Kurorten kommen werden Reitwege nicht überall ausgewiesen, weil es hier zu Konflikten mit den vielen Besuchern kommen kann. Das ist aber auch in der Vergangenheit mit den „Reitern“ abgesprochen worden. Hier kann man eben nicht von vornherein so einfach Reitwege ausweisen. Schließlich wollen die Wanderer dort die Natur genießen. Wir sind aber trotzdem bemüht, allen Beteiligten gerecht zu werden.

Unter den 14 Reitwegen, die jetzt keine mehr sind, sind drei nur rund 100 Meter lang. Wird durch diese Unterbrechungen das Reitwegenetz nicht unattraktiv? Kann man überhaupt noch von einem Netz sprechen?

Mit dem Widerrufen eines ausgewiesenen Reitweges wurde kein Reitweg zerschnitten. Im Gegenteil: Teilweise ist damit sogar eine bessere Wegeführung erreicht worden. Die kleinen Wege sind vor allem Abschnitte gewesen, die nicht mehr als solche gebraucht werden. Manche sind auch in andere eingeflossen. Jeder Widerruf eines Reitweges ist ein Verwaltungsakt im Sinne des Verwaltungsverfahrensgesetzes und bleibt der Unteren Forstbehörde vorbehalten. Zudem kommen ja manchmal auch neue Reitwege hinzu.

Wo können sich Reiter erkundigen, wo sie noch reiten dürfen?

Da gibt es viele Möglichkeiten – bei der Kreisentwicklung im Landratsamt, in Forstämtern, Reiterhöfen und auch in Touristinformationen. Über das aktuelle Reitwegenetz im Landkreis Görlitz soll man sich in absehbarer Zeit auch im Internet informieren können.

Die vierwöchige Widerspruchsfrist ist jetzt abgelaufen. Gab es denn welche?

Mir sind keine bekannt. Ich glaube auch nicht, dass es welche gegeben hat. Wie gesagt, die Mitarbeiter des Kreisforstamtes haben mit allen Beteiligten im Vorfeld geredet.

Wurden an den betreffenden Reitwegen die Hinweiszeichen schon entfernt?

Nein. Das erfolgt aber noch. Ich könnte mir vorstellen, dass dort die Schilder erst im Januar oder im Februar abgenommen werden. In diesen beiden Monaten haben die Forstarbeiter für solche sicherlich notwendigen Arbeiten meist etwas mehr Zeit als sonst.