merken
PLUS Zittau

Kein Rettungsschwimmer am O-See

Was vor wenigen Tagen noch ausgeschlossen wurde, ist nun schon Realität: Die Schwimmer bleiben unbeaufsichtigt. Trotz Ferienzeit.

Auf die Anwesenheit eines Rettungsschwimmers müssen Badegäste am Olbersdorfer See in dieser Woche verzichten.
Auf die Anwesenheit eines Rettungsschwimmers müssen Badegäste am Olbersdorfer See in dieser Woche verzichten. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Der Anruf vom Einsatzleiter der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) in der Olbersdorfer Gemeindeverwaltung kommt dann doch ziemlich überraschend - obwohl es eigentlich kommt, wie es irgendwann kommen musste. Jetzt allerdings schneller als gedacht: In der Zeit vom 27. bis zum 31. August muss der Wasserwachdienst am Olbersdorfer See abgesagt werden. In dieser Woche also ist trotz Ferienzeit und bestem Badewetter kein Rettungsschwimmer vor Ort.

Olbersdorfs Bürgermeister Andreas Förster (FDP) wirkt resigniert. Er kann die Schreiben nicht mehr zählen, die er an den Landkreis, an seinen Amtskollegen in Zittau, an den Landtagsabgeordneten Stephan Meyer (CDU) und die Anwälte der Gemeinde geschickt hat: Die Badeaufsicht für den See könne man nicht der Gemeinde Olbersdorf alleine überlassen. Der See sei schließlich nicht mit einem Freibad zu vergleichen.

StadtApotheken Dresden
Die Stadt Apotheken Dresden sind für Sie da
Die Stadt Apotheken Dresden sind für Sie da

Die Stadt Apotheken Dresden unterstützen Sie bei einer gesunden Lebensweise und stehen Ihnen sowohl mit präventiven als auch mit therapeutischen Maßnahmen, Arzneimitteln und Gesundheitsprodukten zur Seite.

Und man könne die Badeaufsicht an einem solchen Gewässer - auch das wiederholt Förster nahezu gebetsmühlenartig - nicht allein mit ehrenamtlichen Vereinsmitgliedern von DLRG und DRK-Wasserwacht absichern. Seinen Vorschlag für eine ständig besetzte zentrale Rettungswache am See, lehnt der Landkreis ebenfalls ab.

Damit überhaupt irgend etwas geht, hatte sich die Gemeinde Olbersdorf allein den Hut aufgesetzt und einen Vertrag mit DLRG und DRK geschlossen, während sich der Landkreis mit der Begründung zurückgezogen hatte, dass ihn das nichts anginge und Zittaus Oberbürgermeister Thomas Zenker (Zkm) auf die Schreiben aus Olbersdorf gar nicht erst reagierte.

Aber was nützt ein Vertrag, wenn es überhaupt nicht genügend ehrenamtliche Rettungsschwimmer gibt, die sich in den Ferien und an den Wochenenden freiwillig an den See stellen - so wie es auch schon in der Vergangenheit der Fall war? Für die vielen Badegäste bedeutet das in dieser Woche nun mal wieder, dass sie auf sich alleine aufpassen müssen.

Weiterführende Artikel

Wache am O-See ab morgen wieder besetzt

Wache am O-See ab morgen wieder besetzt

Weil keine ehrenamtlichen Rettungsschwimmer zur Verfügung standen, war der Strand diese Woche unbewacht. Das soll sich jetzt ändern.

O-See-Streit: Zittaus OB weist Kritik zurück

O-See-Streit: Zittaus OB weist Kritik zurück

Die Stadt werde Olbersdorf bei der Wasserrettung unterstützen, sagt Thomas Zenker. Eine konkrete Anfrage aus der Gemeinde liege dazu aber gar nicht vor.

Klickstark: Prügel-Opfer will Versöhnung

Klickstark: Prügel-Opfer will Versöhnung

Die AfD will die Attacke auf einen Löbauer instrumentalisieren - der distanziert sich. Einer der Beiträge aus Löbau-Zittau, über den wir am Dienstag berichteten.

Ist die Badesaison wirklich gerettet?

Ist die Badesaison wirklich gerettet?

Es gibt einen Vertrag, einen Sponsor, einen Einsatzplan: Aber dass in diesem Sommer genügend Rettungsschwimmer am See Dienst tun, kann man nur hoffen.

"Es bedeutet auch, dass einem Ertrinkenden im Notfall nicht rechtzeitig oder im schlimmsten Fall sogar gar nicht geholfen werden kann", sagt der Bürgermeister. An den ehrenamtlichen Rettungsschwimmern und an der Gemeinde Olbersdorf allerdings liegt das nicht.

Mehr Nachrichten aus Löbau und Umland lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Zittau und Umland lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Zittau