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Kein Richtfest wegen Corona

Der Rohbau des neuen Schillerhorts in Radebeul steht. Statt einer Richtfestkrone gab es Schnitzel auf der Baustelle.

In dieser Woche beginnen die Arbeiten am Dach des neuen Hortes an der Ecke von Schilden- und Pestalozzistraße.
In dieser Woche beginnen die Arbeiten am Dach des neuen Hortes an der Ecke von Schilden- und Pestalozzistraße. © Norbert Millauer

Radebeul. Als Anfang Februar der Grundstein für den neuen Hort in Radebeul-Ost gelegt wurde, war die Welt noch eine andere. Dicht an dicht standen die Leute auf der gerade frisch gegossenen Grundplatte, Kinder der Schillergrundschule musizierten, Bürgermeister und Architekten hielten Reden. Dann kam Corona und mit dem Virus viele Veränderungen. Die machen sich auch auf der Baustelle bemerkbar. 

Gut drei Monate später ist das Gebäude ordentlich in die Höhe gewachsen. Der Rohbau steht, doch eine Richtfestkrone sucht man vergebens. „Das Richtfest ist eigentlich das Fest für die Bauleute“, sagt Ines Röber, die Verantwortliche für Hochbauvorhaben der Stadt. Coronabedingt musste es jedoch ausfallen. „Die Stadt hat den Arbeitern stattdessen  ein Mittagessen als Dankeschön ausgegeben“, so die Bauamtsmitarbeiterin . Es wurden Schnitzel auf der Baustelle serviert.

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Der Rohbau ist fertig. Türen und Fenster sind schon in der Vorfertigung.
Der Rohbau ist fertig. Türen und Fenster sind schon in der Vorfertigung. © Norbert Millauer

Zeitplan nur leicht verzögert

Abgesehen vom ausgefallenen Richtfest hat die Pandemie den Bau sonst aber recht wenig beeinflusst. Es gab zwar kleinere Ausfälle bei der Baufirma, weil manche Mitarbeiter wegen der Kinderbetreuung zu Hause bleiben mussten.  Ansonsten verlief  aber alles planmäßig. „Wir liegen circa 14 Tage zurück, aber das ist bei einem so großen Bauprojekt kaum der Rede wert“, sagt Ines Röber. Gute Wetterbedingungen, vor allem der milde Winter, kamen den Bauleuten zugute. Nur einmal musste wegen Frost und starkem Wind der Kranbetrieb kurzfristig unterbrochen werden.

Zuletzt wurde der Rohbau mit Mauerwerks- und Stahlbetonarbeiten fertiggestellt sowie  die Deckenplatten verlegt. In dieser Woche sollen nun die Arbeiten zur Dämmung und Abdichtung des Daches  beginnen. Türen und Fenster sind bereits in der Vorfertigung und werden als Nächstes eingebaut.  Bald rücken auch die Gewerke der Haustechnik für die Lüftungs-, Elektro, Heizungs- und Sanitärinstallation an. Außerdem muss noch ein Aufzug eingebaut werden - Barriefreiheit ist Pflicht in öffentlichen Gebäuden.

Für den Neubau konnten besonders viele Firmen aus der Region gebunden werden. Das liege an der "schönen Größe", sagt Radebeuls Bauamtsleiter Jan Pötschke. Die Baustelle sei wirtschaftlich lukrativ aber eben auch nicht riesengroß.  Trotz Corona gab es für alle Ausschreibungen Bewerber und die Aufträge konnten vergeben werden. 

Das Gebäude ist so angeordnet, dass es die Freifläche zum Spielen von der Straße abschirmt.
Das Gebäude ist so angeordnet, dass es die Freifläche zum Spielen von der Straße abschirmt. © O+M Architekten

160 Kinder können im Gebäude betreut werden

Bisher werden die Kinder aus der Schillerschule nachmittags in verschiedenen Räumen betreut. Wenn der neue Hort fertig ist, stehen dort 160 Plätze zur Verfügung. Der Eingang ist an der Pestalozzistraße, damit die Schüler so kurz wie möglich an der Straße laufen müssen. Das Gebäude schirmt den Außenbereich zum Spielen von der Straße ab.

Drinnen wird es verschiedene Themenräume, wie ein Bewegungs- und Atelierzimmer, geben. Außerdem einen großen Speiseraum und auch eine Kinderküche, in der die Schüler selbst kleine Speisen zubereiten können.

Von außen Holzoptik mit Apfelgrün

Ursprünglich war für außen eine Holzfassade vorgesehen. Inzwischen hat man sich aber für Platten aus Kunststoff entschieden, sagt Ines Röber, weil die im Gegensatz zum Holz, nicht verwittern und der Pflegeaufwand deutlich geringer ist. Die Optik bleibt trotzdem dieselbe. An einzelnen Bereichen wird der Holzton durch ein Apfelgrün aufgelockert.

Der Entwurf für das Gebäude stammt vom Dresdner Architekturbüro O+M, das den städtebaulichen Wettbewerb für den Neubau gewonnen hatte.

So soll das Gebäude von außen aussehen.
So soll das Gebäude von außen aussehen. © O+M Architekten

Einzug zum neuen Schuljahr 2021

Laufen die Bauarbeiten weiter nach Plan können noch im Sommer die Innenputz- und Estricharbeiten beginnen. Im Herbst sind dann Fliesenleger und Maler an der Reihe. Fertig werden soll der Innenausbau bis zu den Winterferien 2021. Als Letztes müssen dann die Außenanlagen angelegt werden. Draußen soll eine Treppe den Hang hinauf führen, auf dem  Bäume gepflanzt und Spielgeräte aufgestellt werden. Auch ein Kleinspielfeld zum Fußballspielen ist geplant.

Danach können die Schüler kommen. "Durch den aktuellen Zeitplan steht derzeitig dem Einzug der Hortkinder im neuen Schuljahr 2021 nichts im Weg", sagt Ines Röber.  Der Neubau kostet insgesamt rund 4,5 Millionen Euro.

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