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Super Jahres-Start und nun leere Hotels

Keine Urlauber bedeutet Kurzarbeit in der Beherbergungsbranche. Trixi und andere im Zittauer Gebirge wären jetzt eigentlich ausgebucht gewesen.

Schöne Zimmer mit Ausblick aufs Zittauer Gebirge, aber keine Gäste in Trixis Waldstrand-Hotel.
Schöne Zimmer mit Ausblick aufs Zittauer Gebirge, aber keine Gäste in Trixis Waldstrand-Hotel. © Matthias Weber/photoweber.de

Wunderschön ist die Aussicht aus den Zimmern vom Waldstrand-Hotel bei Trixi in Großschönau auf das Zittauer Gebirge. Fast alle 30 Hotelzimmer waren für die Zeit der Osterferien gebucht. Die 96 Ferienhäuser sind sogar komplett ausgebucht gewesen. Und auch bei den 70 Stellplätzen auf dem Campingplatz hätte es über Ostern nur wenige freie Plätze gegeben. Doch durch Corona ist jetzt alles leer. Nicht ein Urlauber konnte anreisen. Der größte Vermieter im Landkreis Görlitz ist geschlossen, die Mitarbeiter der Trixi-Park GmbH auf Kurzarbeit. 

Trixis Waldstrand-Hotel ist in Großschönau geschlossen. Eigentlich war es über Ostern fast ausgebucht.
Trixis Waldstrand-Hotel ist in Großschönau geschlossen. Eigentlich war es über Ostern fast ausgebucht. © Matthias Weber/photoweber.de

Schon zeitig haben die Urlauber alles storniert. Dabei hat Trixi für seine Gäste drei Möglichkeiten angeboten. Zehn Prozent Rabatt erhält derjenige, der seine Anzahlung bestehen lässt und einen anderen Termin bucht.

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Wer sich terminlich noch nicht festlegen will oder kann, könnte auch einen Gutschein bekommen, der drei Jahre gültig bleibt. "Für uns hätten diese beiden Varianten den Vorteil, dass wir die Anzahlungen nicht zurückzahlen müssten", schildert Alexandra Dreginat. Sie ist die Leiterin für den Bereich Beherbergung bei Trixi.

Drei Optionen für die Gäste

Der weitaus größte Teil der eigentlichen Osterurlauber nutzt aber die dritte Option der kostenfreien Stornierung. "Die derzeitige Lage ist ihnen einfach zu unsicher", sagt Alexandra Dreginat. Allerdings haben zwei Gäste das Trixi-Team auch positiv überrascht. Sie zogen für sich eine vierte Option und teilten mit, dass die Freizeiteinrichtung die Anzahlung behalten darf und sie irgendwann einmal kommen werden. "In so einem Moment denkt man, wir haben alles richtig gemacht", sagt die Bereichsleiterin. 

Und die paar Stunden, die sie noch arbeiten können, werden von den Mitarbeitern bestmöglich genutzt. Die Auszubildenden sind noch mit Reinigungsarbeiten im Feriendorf und deren Häuser beschäftigt. Einige Mitarbeiter führen Pflegearbeiten auf den Spielplätzen und in der gesamten Anlage durch und bereiten die Freibadsaison vor. Der Boden des Bades ist bereits gereinigt. Und in der Verwaltung werden schon die Angebote für die neue Saison erarbeitet, berichtet Alexandra Dreginat. 

Dabei fing das Jahr 2020 so gut an. "Wir hatten den besten Februar seit Langem und damit einen super Start ins Jahr", erzählt sie. Im Februar lag bei Trixi die Auslastungszahl  der Ferienhäuser bei 58,7 Prozent. Das sind fast acht Prozent mehr als in den letzten Jahren. 

Die gute Werbung der letzten Jahre und die Investition in eine textile Rodelpiste zahlen sich aus. Das Trixi-Feriendorf punktet mit Rodeln ohne Schnee bei jungen Familien. "Aber nun hagelt es auch nach dem 20. April mit Stornierungen", schildert Alexandra Dreginat.

Wanderpass im Briefkasten

"Wir hätten jetzt zu Ostern alle 24 Zimmer bei uns voll belegt", erzählt auch der Wirt der Sonnebergbaude in Waltersdorf, Alexander Fichte. Doch jetzt sind die Osterferien bei ihm ein Komplettausfall. Er musste Kurzarbeit für seine Mitarbeiter beantragen. Die meisten seiner Gäste haben schon bis Mai und Juni storniert.

Klassentreffen, Familienfeiern - alles abgesagt. Wenigstens hatten zwei Familien ihre geplante Feiern wegen eines runden Geburtstages auf den gleichen Tag im nächsten Jahr verschoben. Aber momentan hilft ihm das auch nicht weiter. "Nach dem schon praktisch ausgefallenen Winter geht es jetzt für uns vor allem darum, wie wir diese Zeit überstehen", erzählt Alexander Fichte

Wenn er aus dem Fenster seiner Sonnebergbaude zur Straße am Fuße des Lausche-Hanges sieht, kommt bei schönstem Frühlingswetter nur ganz selten mal ein Wanderer vorbei. Umso mehr hat er sich über einen Anruf eines Einheimischen gefreut. Der will die Zeit jetzt zum Wandern nutzen und fragte, ob er den Sonneberg-Wanderpass bekommen könnte. "Ich habe ihm einen in den Briefkasten gesteckt", erzählt der Baudenwirt. 

Beim Sonneberg-Wanderpass kann man 14 Berge erlaufen. Am Gipfel gibt es dann immer einen Code, den man in den Pass eintragen muss. Sind alle 14 Berge erwandert, gibt es eine Urkunde. Bei Urlaubern ist der Pass sehr beliebt.

Alexander Fichte musste auch sein Hotel Dreiländereck in Zittau auf einen Notbetrieb umstellen. "Nur ganz wenige Geschäftsleute sind bei uns noch im Hotel da", berichtet er. Seit März sind bis in den Mai alle Tagungen abgesagt worden. Für die Mitarbeiter musste er vor reichlich zwei Wochen ebenfalls Kurzarbeit anmelden. Und dafür ist noch nicht mal die Eingangsbestätigung da.

Osteraktion trotz Schließung

"Ostern schenken - später genießen" - mit diesen Slogan wirbt gerade die Geschäftsführerin der Hubertusbaude und der Rübezahlbaude in Waltersdorf. Auch bei Cristel Blümel waren über die Osterferien die 22 beziehungsweise 24 Zimmer der beiden Bauden voll ausgebucht. Jetzt ist bis 20. April alles abgesagt.

Teilweise sind bei Cristel Blümel schon Stornierungen für Juli und August eingegangen. Und bis jetzt gehen auch keine Buchungen für den Herbst ein. Die Baudenchefin musste ebenfalls für ihre beiden Teams Kurzarbeit beantragen.

"Ich dachte eigentlich, jetzt wird es besser als in denen Jahren davor", erzählt der Inhaber vom "Hotel am See" in Olbersdorf. Thomas Hauser hatte zuletzt bei seinem Hotel einen positiven Trend bei den Übernachtungen zu verzeichnen. Mit drei bis fünf Übernachtungen sind seine Gäste länger geblieben, als bisher. 

Jetzt aber haben bei ihm schon Gäste ihre Buchung für September storniert. "Dabei kann man bei uns im Hotel bis zu zwei Tage  vorher kostenlos anulieren", sagt er. Auch seine Mitarbeiter sind alle in Kurzarbeit. 

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