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Meißen

Die grüne Wiese ist ein Tabu

Nossen möchte sich nicht mit neuen Eigenheimen-Standorten tief ins Umland ausbreiten. Im Gegenteil.

Nossen lässt derzeit seinen Flächennutzungsplan – die Grundlage der baulichen Entwicklung einer Gemeinde – überarbeiten. Es sollen die einzelnen Pläne von Nossen, Ketzerbachtal und Leuben-Schleinitz zusammengeführt und aktualisiert werden.
Nossen lässt derzeit seinen Flächennutzungsplan – die Grundlage der baulichen Entwicklung einer Gemeinde – überarbeiten. Es sollen die einzelnen Pläne von Nossen, Ketzerbachtal und Leuben-Schleinitz zusammengeführt und aktualisiert werden. © Claudia Hübschmann

Nossen. Derzeit wird Nossens Flächennutzungsplan überarbeitet. Ein Grund ist die Zusammenführung der existierenden Pläne für Nossen sowie die ehemaligen Gemeinden Ketzerbachtal und Leuben-Schleinitz. Damit beauftragt wurde das Planungsbüro Hans-Joachim Bothe aus Dresden.

Ein Flächennutzungsplan stellt die bauliche Entwicklung einer Gemeinde dar. Vor allem die Pläne der eingemeindeten Regionen entsprechen nicht mehr dem heutigen Sachstand. Aber auch in Nossen müssen laut Bothe aktuelle Erkenntnisse in den Plan eingearbeitet werden.

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Der Vorentwurf sollte zunächst in der Stadtratssitzung Mitte Juni vorgestellt werden. Da es aber noch kleinere Änderungen gab, wurde dieser Punkt auf die Sitzung am 8. August verschoben. „Die Öffentlichkeit soll frühzeitig beteiligt werden“, sagt Bothe. Das sei der Stadtverwaltung wichtig.

„Bisher handelt es sich nur um einen Vorentwurf. Für Bürger hat er überhaupt keine Rechtswirkung“, betont Bothe. Nach der öffentlichen Präsentation werde der sogenannte frühzeitige Entwurf den Behörden vorgestellt. Erst danach werde der Entwurf erarbeitet, das förmliche Verfahren mit öffentlicher Auslegung für einen Monat beginnt. Bis der überarbeitete Plan fertig ist, vergehen also noch mehrere Monate. Bothe geht davon aus, dass Anfang 2020 der Entwurf vorliegt.

Landwirtschaftsbrache aufgegeben

Große Änderungen in dem überarbeiteten Flächennutzungsplan werde es nicht geben, verrät Bothe bereits jetzt. Vielmehr gehe es um die Darstellung des aktuellen Bestandes und der möglichen baulichen Entwicklung bezüglich Wohnflächen und gewerblicher Nutzung. Dabei haben sich einige neue Gesichtspunkte ergeben. Als Beispiel nennt Bothe den Ortsteil Rhäsa, wo eine alte Landwirtschaftsbrache aufgegeben wurde. Bereits jetzt schon werde in einem Parallelverfahren für dieses Gebiet ein Bebauungsplan, der sogenannte B-Plan, für ein neues Wohngebiet aufgestellt. Zwar ist normalerweise der Flächennutzungsplan die Grundlage zur Erarbeitung eines B-Planes, aber dies sei alles mit dem Landratsamt abgesprochen, erläutert Bothe das Prozedere.

Gewerbegebiete unverändert

Bei dieser Region in Rhäsa handelt es sich um eine bereits versiegelte, befestigte Fläche. Denn generell seien Neubebauungen „auf grüner Wiese“ nicht vorgesehen. Nossen mit all seinen Ortsteilen im Norden bleibt genauso bestehen, wie es ist. Erweiterungen werde es nicht geben. Im Gegenteil: Bauflächendarstellungen im Flächennutzungsplan werden eher zurückgenommen, wo kein Baurecht besteht. Denn Flächen als potenzielle Bauflächen auszuweisen, wenn Eigentümer diese nicht dafür hergeben wollen, habe keinen Sinn, erläutert der Planer.

Und auch andere Nutzungsarten, wie zum Beispiel Flächen für Windparks, werden nicht zusätzlich ausgewiesen. Ebenso seien bei den drei Gewerbegebieten Starbach, Heynitz-Lehden und Augustusberg keine Erweiterungen vorgesehen.

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