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Kein Witz: Dynamo verpflichtet Matthäus 

Das 18-jährige Talent kommt aus Innsbruck und unterschreibt einen Vertrag bis 2023. Aber was wird nun aus Landsmann Sascha Horvath?

Mit Matthäus Taferner hat Dynamo auch Zuwachs in Sachen Frisur bekommen. Bei der Hitze ist das nicht die geeignetste Form, das Haar zu tragen.
Mit Matthäus Taferner hat Dynamo auch Zuwachs in Sachen Frisur bekommen. Bei der Hitze ist das nicht die geeignetste Form, das Haar zu tragen. © Foto: dpa/Sebastian Kahnert

Seine erste Einheit war eine sehr schweißtreibende. Kraftkreis-Training bei 32 Grad im Schatten – es gibt angenehmeres. Doch Matthäus Taferner lächelt danach trotzdem, und zwar so breit, dass die Zahnspange in der Sonne blitzt. 18 Jahre ist das Talent jung, dass sich Dynamo geangelt hat. Glaubt man Sportdirektor Ralf Minge, dann ist es ein Außergewöhnliches.

Mit seinen Vorschusslorbeeren überschlägt er sich fast, und besonders stolz ist er darauf, dabei Mitkonkurrenten ausgestochen zu haben. So soll auch Champions-League-Teilnehmer RB Salzburg an Taferner interessiert gewesen sein. „Man sollte nicht alles glauben, was geschrieben wurde“, sagt der Umworbene. „Aber es gab schon Angebote aus der österreichischen Bundesliga und aus der deutschen zweiten Liga“, erzählt er.

Erfolg ist mein Ziel. Wissen mein Weg.
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Entschieden hat er sich dann für Dynamo, „weil mir der Trainer in den Gesprächen ein gutes Gefühl gegeben hat“. Der zentrale Mittelfeldspieler plant seine Zukunft längerfristig in Dresden, unterschrieb einen bis 2023 gültigen Vertrag. „Ich bin doch noch jung und wenn er ausläuft auch erst 22“, sagt er noch etwas schüchtern. Minge lobt den gebürtigen Klagenfurter als „spielintelligenten und technisch gut ausgebildeten Offensivmann, der eine hohe Laufbereitschaft mitbringt, sowohl mit als auch gegen den Ball.“ Über die Ablösemodalitäten wurde Stillschweigen vereinbart, heißt es – wie in solchen Fällen üblich – in der Pressemitteilung.

Das ist diesmal besonders schade – und nicht nur, weil Taferners Vertrag beim österreichischen Erstliga-Absteiger Wacker Innsbruck noch bis 2020 lief, er demzufolge nicht ablösefrei zu Dynamo kommt. Möglich wäre auch, dass es quasi ein Tauschgeschäft ist. In der vergangenen Rückrunde hatten die Schwarz-Gelben Sascha Horvath an Innsbruck ausgeliehen, damit er dort Spielpraxis sammelt und eine Einladung zur U21-EM erhält. Dieser Plan ging auf, Horvath überzeugte bei der Endrunde in Italien, schied aber dennoch mit Österreichs Auswahl nach einem 1:1 gegen Deutschland im letzten Gruppenspiel aus. Die Frage ist jetzt: Kehrt Horvath zurück nach Dresden? „Stand jetzt ja“, hatte Minge beim Trainingsauftakt vergangenen Mittwoch gesagt. Die Einschränkung in seiner Antwort könnte ein Hinweis sein, zumal Taferner und Horvath beide offensiv ihre Stärken haben.

„Ich hoffe, dass ich mit Sascha zusammen in Dresden spielen werde“, erklärt Taferner. „Er hat mir auch zum Wechsel geraten.“ Weg wollte er unbedingt. Nach dem Aufstieg vor einem Jahr konnte er mit Innsbruck die Klasse nicht halten. Nach dem Trainerwechsel in der Winterpause wurde er zwar zum Stammspieler, war einer der wenigen Lichtblicke bei Wacker, den Abstieg verhindern konnte er nicht. „Ich wollte unbedingt nach Deutschland, damit ich als Persönlichkeit weiter reifen kann“, sagt er. Minge möchte Taferner „Zeit zur Entwicklung geben, damit er sein großes Potential in den kommenden Jahren bei uns abrufen kann“.

Das deckt sich mit den bescheidenen Zielen des Neu-Dresdners, der sich erst einmal akklimatisieren möchte und „so viele Minuten wie möglich spielen“ will. Zu seinen Stärken sollen sein Spielwitz und seine Laufbereitschaft gehören. „Zulegen muss ich auf jeden Fall noch körperlich, das sieht man ja auch“, sagt er und grinst. Das Trikot wirkt ein wenig zu groß dimensioniert für den schmalen Oberkörper.

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Zum Akklimatisieren zählt auch seine schulische Ausbildung. In Innsbruck hätte er im kommenden Jahr seine Matura gemacht, wie das Abitur in Österreich heißt. „Das ist auch ein Ziel. Aber auf welche Schule ich hier gehen werde, und wie das hier anerkannt wird, weiß ich noch nicht“, erzählt er.

In Dynamos Kaderplanung fehlt jetzt nur noch ein Stürmer – und falls Leihspieler Dzenis Burnic nicht zurückkehrt, auch ein defensiver Mittelfeldspieler. Bisher haben die Dresdner Kevin Broll, Kevin Klingenburg und Chris Löwe verpflichtet.

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