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Kein Zwang und dennoch Pflicht

Zu wirkungsvollem Schutz vor hoch ansteckenden Krankheiten macht sich SZ-Redakteurin Gabriela Lachnit Gedanken.

ARCHIV - 29.10.2019, Berlin: Eine Frau lässt sich gegen Grippe impfen. (Zu dpa «Corona-Krise ruft Impfgegner auf den Plan») Foto: Christoph Soeder/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
ARCHIV - 29.10.2019, Berlin: Eine Frau lässt sich gegen Grippe impfen. (Zu dpa «Corona-Krise ruft Impfgegner auf den Plan») Foto: Christoph Soeder/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ © dpa

Einen Impfzwang gibt es in Deutschland nicht. Niemand wird mit Gewalt gegen seinen Willen geimpft. Dennoch gibt es eine Impfpflicht. Gegen Masern. Die sind hoch ansteckend und können zu schweren Komplikationen im Krankheitsverlauf führen. 

Der Impfpflicht nachzukommen, sollte nicht als Zwang verstanden werden, wenngleich sich aus einer Nichtimmunisierung gegen Masern auch Zwänge ergeben können. Nämlich die, von einer Arbeit in Gesundheitseinrichtungen und vom Besuch von Kitas und Schulen ausgeschlossen zu sein. Hier hat der Gesetzgeber das Wohl aller über den individuellen Willen gestellt. Wobei Kinder selbst nicht entscheiden können, das tun Eltern.

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In sehr seltenen Fällen kommt es bei Impfungen zu Komplikationen. Das zeigen Erfahrungen. Der Nutzen übersteigt aber das Risiko. Sich selbst oder seine Kinder impfen zu lassen heißt, verantwortlich zu handeln. Lässt man sich impfen, schützt das nicht nur einen selbst, sondern die erworbene Immunität ist auch für Mitbürger wertvoll. Denn der Geimpfte kann die Krankheit nicht mehr verbreiten. 

Mit der Impfung schützt man auch Menschen, die sich noch nicht oder gar nicht impfen lassen können, wie Babys und  Menschen mit schwachem Immunsystem. Wenn genügend Menschen geimpft sind, führt der Gemeinschaftsschutz dazu, dass eine Krankheit ausgerottet wird. Bei den Pocken ist das gelungen.

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