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„Keine Anhaltspunkte für eine Schließung“

Jüngste Veröffentlichungen sorgten für Irritationen zur Zukunft auch des Kreiskrankenhauses in Weißwasser.

Das Kreiskrankenhaus Weißwasser
Das Kreiskrankenhaus Weißwasser © André Schulze

Es kamen Fragen auf – nach diesem Artikel vor ein paar Wochen in der Ärztezeitung. Erster Satz: „Äußerungen von Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) haben eine Debatte über eine mögliche Schließung von Krankenhäusern im Freistaat ausgelöst.“ Weiter unten war der Geschäftsführer des Landesverbandes der sächsischen Krankenhäuser zitiert. Dr. Stephan Helm von der Krankenhausgesellschaft habe mögliche Klinikschließungen angesprochen: „Er verwies auf Standorte in Weißwasser, Hoyerswerda und rund um Görlitz sowie im Vogtland, im Erzgebirge und in Mittelsachsen. Dabei nannte er einen Zeitraum bis 2030.“

Das Ganze bezog sich wohl auf einen Artikel in der Leipziger Volkszeitung ein paar Tage zuvor. Dessen Überschrift lautete zwar „Sachsen: Jedes zehnte Krankenhaus auf der Kippe“. Allerdings lesen sich Stephan Helms Äußerungen da doch etwas anders. Er sehe Regionen, die besonderer Aufmerksamkeit bedürften; darunter Hoyerswerda und Weißwasser.

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Jüngste Planung von 2018

Aus dem Kreiskrankenhaus heißt es, zum gegenwärtigen Zeitpunkt könne man verneinen, das eine anstehende Schließung die korrekte Interpretation der Sachlage sei. „Es besteht kein Anlass zu solcherlei Spekulationen“, sagt Dr. Jana-Cordelia Petzold von der Managementgesellschaft Gesundheitszentrum des Landkreises Görlitz, also des Krankenhausträgers. Und aus dem Seenland-Klinikum in Hoyerswerda ist zu erfahren, außer den Informationen in den genannten Artikeln lägen dort weder Pläne des Ministerpräsidenten bezüglich der Krankenhausplanung noch Informationen über Beweggründe für Helms Äußerungen vor. Fakt ist: Die jüngste Landeskrankenhausplanung ist keine zwei Jahre alt. Weißwasser ist darin mit 180 Planbetten als Regelversorger eingestuft, Hoyerswerda mit 440 Planbetten als Schwerpunktversorger.

Freilich steht dort auch, nichts sei dauerhaft. Festlegungen stünden „stets unter dem Vorbehalt der gesetzlich vorgeschriebenen Anpassungen an den tatsächlichen Bedarf sowie der Erfüllung vorgeschriebener Qualitätsanforderungen“. Krankenhäuser müssen demnach für ihren Bestand sowohl medizinisch leistungsfähig wie auch bedarfsnotwendig sein.

Das zuständige Sozialministerium sagt aber, Veränderungen gingen immer von den Krankenhausträgern aus: „Dabei werden Veränderungsprozesse von Krankenhausträgern zum Beispiel dann in Erwägung gezogen, wenn bisherige Strukturen wirtschaftlich nicht mehr tragfähig sind oder aus personellen Gründen nicht mehr aufrecht erhalten werden können. Die Sächsische Staatsregierung wird jedoch entgegen dem Willen eines Krankenhausträgers keine Entscheidungen treffen, einen Krankenhausstandort zu schließen oder in eine andere nichtstationäre Einrichtung umzuwandeln.“ Dem Land lägen auch keine Anhaltspunkte dafür vor, dass in Weißwasser oder in Hoyerswerda eine Schließung oder Umwandlung auch nur in Betracht gezogen wird.

Dr. Stephan Helm selbst sagt dem Tageblatt auf Nachfrage, er bedauere, dass seine Ausführungen Anlass für Irritationen geboten haben: „Die in der Ärztezeitung enthaltenen Formulierungen verknüpfen unzulässigerweise meine Äußerungen zu unterschiedlichen Sachverhalten.“ Bezüglich der genannten Standorte sei es ihm um besonders herausfordernde und anspruchsvolle Rahmenbedingungen gegangen. Dies betreffe neben der rasanten demografischen Entwicklung und der fortschreitenden Digitalisierung insbesondere den Strukturwandel in der Lausitz.

Unterstützung erforderlich

Hieraus ergäben sich eher wachsende Anforderungen, aber auch Entwicklungsmöglichkeiten für eine stabile Einbindung der Krankenhäuser in die medizinische Versorgung sowie in regionale Infrastruktur. „Dieser mittel- und langfristige Weiterentwicklungsprozess bedarf allerdings einer starken Unterstützung durch den Freistaat Sachsen selbst und durch die Gesetzliche Krankenversicherung“, so Dr. Stephan Helm. Die LVZ hatte ihn mit zwei Fragen zitiert: Wie soll in einer Region die zukünftige medizinische Versorgung aussehen? Und wer soll sie realisieren? In diesem Zusammenhang wird zum Beispiel auch immer mal wieder über eine stärkere Einbindung der Krankenhäuser in die ambulante Versorgung diskutiert. Weißwasser ist diesbezüglich bekanntlich ein Modellstandort des Landes. „In Absprache mit den ambulanten Ärzten werde geprüft, welche ambulanten Leistungen das Kreiskrankenhaus übernehmen könne“, zitiert das Protokoll einer Kreistagssitzung die zweite Beigeordnete Martina Weber. Es ist noch kein Jahr her, dass Andreas Grahlemann von der Managementgesellschaft des Kreises zuletzt Schließungsgerüchten entgegentrat. Es sei zwar mühselig und mitunter auch problembehaftet, aber: „Wir sind angetreten, alles am Laufen zu halten.“

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