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Keine Anonymität erlebt

Kathleen Weber und Angela Helm, deren Kinder in die Grundschule am Forst in Kamenz gingen, schreiben u.a.:

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Es war schon ziemlich schmerzhaft, als unsere Kinder sich vor einigen Wochen nach Beendigung der vierten Klasse trennen mussten. Sie waren eine super Klasse, mochten die Lehrer und waren begeistert vom neuen Schulgebäude und dessen Möglichkeiten. Umso mehr ärgern wir uns über den Leserbrief vom 12. 9. in der SZ unter dem Motto: „Keine Nummer in Maschinerie“, der besagt, dass Kinder in großen Schulen mit mehreren hundert Kindern – und dazu gehört die Grundschule am Forst – ihre Individualität nicht optimal ausleben können. Dem ist ganz gewiss nicht so! Als Eltern hatten wir nie das Gefühl, dass unsere Kinder „in der Anonymität einer Mammutschule mit ihren kleinen Sorgen und Nöten“ allein gelassen wurden. Ganz im Gegenteil! Es liegt im Wesen eines jeden einzelnen Lehrers und Horterziehers, auf seine Klasse und auf jedes einzelne Kind einzugehen, und es in seiner Individualität zu fördern. Diese Individualität im Umgang mit unseren Kindern haben wir in all den Jahren an dieser Schule gespürt. Zum Beispiel als die Kinder unserer Klasse für die Eltern ein Theaterstück einstudierten, bekam jeder der 21 Schüler eine Rolle, keiner wurde vergessen oder allein gelassen. Auch die Schuljahresabschlussfeiern fanden in den vier Jahren stets mit Beteiligung aller Kinder und Eltern statt. Die Pädagogen der Schule hatten jederzeit ein offenes Ohr für die Eltern und die Zusammenarbeit funktioniert sehr gut, eben auch an dieser großen Schule. Der Elternrat hat in gemeinsamen Aktionen viel für die Kinder tun können und für die Schule erreicht. Dieses Engagement überträgt sich auf jede Klasse. Es ist nicht nur kleinen Schulen vorbehalten, solche Lehrer zu haben und eine ganz besondere schöne Lernatmosphäre. Wir können es ja verstehen, dass sich die Verfasser für ihre Schule einsetzen. Allerdings hat uns dieser Artikel das Gefühl vermittelt, dass es hier darum geht, eine große Schule und die dort geleistete pädagogische Tätigkeit der Lehrer und Horterzieher in Frage zu stellen. Auch wir wünschen uns natürlich, dass die Grundschule in Wiesa erhalten bleibt. Im Miteinander wäre dies sicher eher zu erreichen, als im ständigen Gegeneinander.