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Keine Bedenken gegen gebuchte Band

Die Veranstalter haben bei Sachsens Verfassungsschützern nachgefragt. Die Vorurteile gegen die Limited Booze Boys scheinen unbegründet.

Die Limited Booze Boys haben bereits das Halli Galli in Kleinpelsen gerockt. Mit ihnen wird’s auch laut zum Altstadtfest in Leisnig.
Die Limited Booze Boys haben bereits das Halli Galli in Kleinpelsen gerockt. Mit ihnen wird’s auch laut zum Altstadtfest in Leisnig. © PR

Leisnig. Wer die Veranstalter des Altstadtfestes sind und ob denen bekannt ist, dass einem der Mitglieder der Band Limited Booze Boys Kontakte zur rechtsextremen NSU nachgesagt wurden? Diese Fragen stellte Robin Reg’n, der Vorsitzende des Vereins Alternatives Jugendzentrum (AJZ), in der zurückliegenden Ratssitzung.

Michael Köhler aus Döbeln sowie er als Bürgermeister der Stadt Leisnig seien die Veranstalter des Altstadtfestes, sagte Tobias Goth (CDU) daraufhin. Ihnen sei bereits im März zugetragen worden, dass es angeblich rechte Kontakte gab. Daraufhin habe die Kommune Verbindung mit der Extremismusbeauftragten des Landkreises und dem Landesamt für Verfassungsschutz aufgenommen, so Goth weiter.

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„Es liegen hier keine Erkenntnisse darüber vor, dass die genannte Band ein Beobachtungsobjekt der Verfassungsschutzbehörden ist“, sagte Karin Keck vom Landesamt für Verfassungsschutz Sachsen. Das sei so auch der Kommune mitgeteilt worden, informierte der Bürgermeister. 

Es habe vor Jahren wohl einmal Vorwürfe gegen ein Bandmitglied gegeben. Das habe die Gruppe allerdings schon 2012 oder 2013 verlassen, so Goth weiter. Demnach bestünde kein Grund, Limited Booze Boys nicht fürs Altstadtfest zu buchen. Nach seinen Informationen habe es auch bei anderen Veranstaltungen keine Probleme mit der Band gegeben.

Sie wird am 17. August zunächst beim Altstadtfest in Mittweida zu erleben sein, eine Woche später in Leisnig. Auch die Mittweidaer haben sich vorher mit Limited Booze Boys beschäftigt, wie der Verantwortliche beim Kulturamt sagt. Wegen schlechter Erfahrungen vor einigen Jahren schaue das Ordnungsamt da noch genauer hin, versichert er. Es gebe nichts, was gegen die Band spricht.

Genauso sieht es Michael Köhler. Er hat sich in Verbindung mit der Kommune und darüber hinaus auch selbst informiert. „Sicher, es sind schwere Jungs, die aus der Bikerszene kommen und zweifelsohne auch polarisieren“, sagt er. „Aber ich finde, sie machen gute Musik und liefern eine tolle Show ab“, so der Döbelner, der in diesem Jahr zum ersten Mal als Hauptveranstalter des Leisniger Altstadtfestes auftritt und ein neues Konzept umsetzt.

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