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Keine Durchfahrt mehr

Die Gemeinde hat die Rindermastanlage in Girbigsdorf gesperrt. Das Problem mit dem Müll aber bleibt.

Von Steffen Gerhardt

Dem illegalen Entsorgen von Müll und Baustoffen auf dem Gelände der Rindermastanlage in Girbigsdorf hat die Gemeinde einen Riegel vorgeschoben. Im wahrsten Sinn des Wortes. Denn das ehemalige Betriebsgelände unweit des Görlitzer Flugplatzes ist jetzt mit einem Tor und einem Bauzaun geschützt. Für Bürgermeister Bernd Kalkbrenner ist das der erste Schritt, um auf dem Gelände Ordnung und Sicherheit einkehren zu lassen. „Nachdem die Gemeinde die Anlage erworben hat, stehen wir in der Pflicht, hier etwas zu unternehmen“, sagte der Bürgermeister.

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Die Absperrung ist notwendig, damit keine Treffs mehr abgehalten werden und weiterer Müll entsorgt wird. Denn die Müllberge sind für die Gemeinde das größte Problem. Bürgermeister und Gemeinderat sind sich dahingehend einig, dass das allein durch die Gemeinde nicht zu schaffen ist, weder finanziell noch materiell. Wie viele Tonnen sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten dort angesammelt haben, vermag keiner so richtig zu sagen. Das Ausräumen ist das eine, das andere das fachgerechte Entsorgen, da es sich zum Teil auch um Sondermüll handelt, der in den Ställen liegt. Und das kostet.

Die ursprüngliche Idee, über eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme mit dem Entsorgen zu beginnen, musste verworfen werden. Solche Jobs werden derzeit nicht gefördert. „Daher sind wir weiter auf der Suche nach Förderprogrammen, um wieder Ordnung in der Anlage zu schaffen“, sagt der Bürgermeister auf Nachfrage der SZ. Ob Schöpstal fündig wird, bleibt abzuwarten. Allein kann die Gemeinde dafür das Geld aber nicht aufbringen.

Aber der Müll muss weg, um das Gelände für Interessenten und eventuelle Investoren interessant zu machen. „Erste Gespräche bahnen sich an“, gibt sich der Bürgermeister hoffnungsvoll. Denn die Gemeinde ist auf Mieteinnahmen angewiesen, um das Gelände bewirtschaften zu können. Das weiß auch Helmut Zachmann. Der Landwirt aus Markersdorf ist schon seit einigen Jahren Mieter in dem ehemaligen Vorzeigebetrieb der DDR-Landwirtschaft. Er hat sich an den Sicherungsarbeiten mit beteiligt. „Das von mir genutzte Güllebecken hat jetzt einen stabilen Zaun. Außerdem habe ich das Strauchwerk entfernt, das über die Jahre um das Becken gewachsen war“, sagt er.

Aber nicht nur das Güllebecken hat der Markersdorfer unter Beschlag. Er lagert in einer Getreidehalle und in einem ehemaligen Stallgebäude Stroh ein. Während die Halle verschlossen ist, will Zachmann auch den Stall sicher und winterfest machen. Das soll seiner Meinung nach im Herbst passieren. Sein Problem ist aber der ganze Unrat, der noch in und um den Stall liegt. „Gewiss ist es für die Gemeinde eine große Herausforderung, aber ich kann das nicht auch noch machen“, sagt er und hofft auf Unterstützung.

Um die ehemalige Rinderanlage vermarkten zu können, müssen die Grundstücksgrenzen klar gekennzeichnet sein, ebenso bei dem angrenzenden Grünland. Auf der Grundlage des Landwirtschaftsanpassungsgesetzes wird das Areal neu vermessen. „Wir sind in einem guten Kontakt mit dem Landkreis, über den die Vermessung erfolgt“, erklärt der Bürgermeister.

Ausgenommen von dem ganzen Geschehen ist der Getränkegroßhandel Meridian. Er ist bereits Eigentümer seiner Fläche. Ist die Vermessung durch, will die Gemeinde einen Bebauungsplan aufstellen und darin festschreiben, was auf dem gemeindeeigenen Areal künftig passieren wird. „Das wird ein langer Weg, aber wir haben uns dafür entschieden“, sagt Bernd Kalkbrenner im Einklang mit den Gemeinderäten.