merken
PLUS

Keine Hilfe fürs Internat in Sicht

Die Staatsregierung überweist nicht einen Euro mehr, um die Kosten zu decken. Sie nimmt die Region in die Pflicht.

Von Mandy Schaks

Die Stadt Altenberg kann wahrscheinlich nicht kurzfristig mit finanzieller Hilfe fürs Sportinternat rechnen. Das signalisierte jetzt auf SZ-Nachfrage die Staatsregierung in Dresden. Bürgermeister Thomas Kirsten (Freie Wähler) hatte sich angesichts der derzeit schwierigen Finanzlage der Stadt an Landrat Michael Geisler und Sachsens Sportminister Markus Ulbig (beide CDU) gewandt. Altenberg ist an einem Punkt angekommen, an dem es nicht mehr möglich ist, so viel Geld wie in der Vergangenheit ins Sportinternat zu stecken. Nach Angaben der Stadt müssten für die Betriebskosten im nächsten Jahr 80 000 Euro zugeschossen werden, weitere 44 000 Euro für die Essensversorgung.

Autohaus Dresden
Eines der besten Autohäuser in Deutschland
Eines der besten Autohäuser in Deutschland

Dresden braucht starke und innovative Unternehmen, wie das Autohaus Dresden. Der Opelhändler ist seit über 25 Jahren tief mit der Region verwurzelt.

Ohne Hilfe müssten die Preise drastisch erhöht werden, kündigte Kirsten an. Monatlich würde ein Einzelzimmer im Internat statt 230 Euro dann 350 Euro kosten. Dazu kämen 214 Euro für die Verpflegung. Zwar würden die Nachwuchssportler pro Monat einen Zuschuss von 165 Euro vom Freistaat erhalten. Doch Kirsten befürchtet, dass diese Preise vielen Eltern zu teuer wären und sie ihre Kinder vielleicht nicht mehr ins Internat schicken.

Um dieses Szenario abzuwenden, suchte Kirsten Hilfe bei der Staatsregierung. Schließlich trainieren und wohnen in Altenberg Nachwuchssportler aus ganz Sachsen. Und es gibt in anderen Bundesländern für Sportinternate auch andere Finanzierungsmodelle. Sportminister Ulbig hatte Mitte November zum Gespräch eingeladen. Allerdings sieht sein Haus keine Möglichkeit, Geld für das Internat locker zu machen. Ein Sprecher teilte jetzt mit: „Das Innenministerium ist nicht für das Internat und dessen Finanzierung zuständig, da der Schwerpunkt im schulischen Bereich liegt.“

Ulbig habe allerdings das Kultusministerium gebeten, sich die Probleme anzuschauen. Doch auch aus dem Haus kommen keine guten Nachrichten. Rechtlich gesehen, sei der Staat dafür nicht unmittelbar zuständig. Auf Grundlage der Unterbringungsverordnung zahle das Land pro Internatsschüler einen Zuschuss an die Landkreise, der dann weitergereicht wird. „Darüber hinaus kann das Land keine finanzielle Unterstützung bieten“, teilte ein Sprecher aus dem Kultusministerium mit.