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Keine Klarheit für Eltern und Schüler

Eltern in ganz Sachsen sollten jetzt wissen, welche Schule ihr Kind nach den Ferien besucht. Doch es gibt Verzögerungen.

Von Marcus Herrmann

Das neue Schuljahr im Freistaat beginnt am 1. September 2014. Genug Zeit für das Staatsministerium für Kultus, die Sächsische Bildungsagentur (SBA), Gymnasien und Mittelschulen, um Eltern zu informieren, auf welche Schule ihr Nachwuchs zukünftig gehen wird. Die Erziehungsberechtigten sehen das freilich anders. Schließlich war der 5. Juni Stichtag und die Post mit der wichtigen Information hätte im Briefkasten liegen sollen. Das soll aber erst in der nächsten Woche passieren.

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„Das ist unschön für die Eltern“, sagt Volker Hegewald, Schulleiter des Glückauf Gymnasiums in Dippoldiswalde. Er vermutet, dass hinter der Verzögerung Pläne zur Optimierung von Klassenstufen liegen, die noch nicht abgeschlossen sind. Möglich ist auch, dass es schlicht und einfach zu wenig zugelassene Referendare für zu viele Klassen in den Schulen gibt, also Lehrermangel herrscht. Es müssten demnach in der verbleibenden Woche entweder mehr Lehrer eingestellt oder bestehende Klassen zusammengelegt werden. Aus Sicht des stellvertretenden Leiters des Kreiselternrates Sächsische Schweiz-Osterzgebirge Daniel Starke, ist das ein unnötiger Zustand. Der Einstellungsprozess von Lehrern durch die SBA Dresden sei ungenügend. „Hier wird zu wenig auf soziale Kompetenzen von angehenden Lehrern, sondern nur auf Noten geschaut. Deshalb werden fähige Kräfte einfach nicht eingestellt und der Lehrermangel ist das Resultat“, sagt der 42-Jährige.

Dass sich dieser Zustand innerhalb einer Woche ändert, bezweifelt Starke. „Es kann sicher auch länger dauern.“ Denn das Problem könnte durch Zusammenschlüsse von Klassen gelöst werden, die weniger als die maximal zulässige Gesamtgröße von 28 Schülern aufweisen. Dieser Prozess braucht Zeit und die Wartezeit der Eltern und Schüler verlängert sich. Die größten Probleme herrschen in den Großstädten. Im Kreis Sächsische Schweiz ist die Lage vergleichsweise entspannt.

„In Dippoldiswalde ist der entstandene Verwaltungsaufwand gering. Wir können ohnehin alle Schüler aufnehmen und werden die Bescheide raus geben, sobald wir grünes Licht vom Ministerium haben“, sagt Hegewald. Auch wenn die Verzögerung nur eine Woche betragen sollte – ein fader Beigeschmack bleibt. „Mit den Elternvertretern wird zu wenig geredet, alles läuft still und heimlich ab“, sagt Starke. Er hofft, dass nun nicht zu viele Klassen zusammengelegt werden. „Ansonsten müssten einige Schüler die Klassen wechseln oder kämen nicht an die gewünschte Schule.“