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Keine Lösung für Erlwein-Villa in Sicht

Der Schwamm setzt dem alten Gebäude zu. Die Sanierung der Villa rückt in weite Ferne.

Von Nora Domschke

Die einstige Fabrikantenvilla in der Elsa-Brändström-Straße muss wohl weiterhin ihr Dasein als verwildertes Dornröschenschloss fristen. Für Baubürgermeister Jörn Marx (CDU) jedenfalls ist in dem Konflikt zwischen Umwelt- und Denkmalschutzamt keine Lösung in Sicht. Das teilte er in der letzten Sitzung des Stadtrates am Mittwoch mit. Damit beantwortete Marx eine Anfrage von FDP-Stadträtin Barbara Lässig. Sie wollte wissen, ob es noch eine Chance für Neubauten auf dem Grundstück zwischen Reicker, Rayski- und Elsa-Brändström-Straße gibt. Um die rund drei Millionen Euro teure Sanierung des als Erlwein-Villa bekannten Hauses zu finanzieren, hatte Investor Franz Holzapfel zusätzlich neue Wohnhäuser auf dem Areal geplant. Dafür hatte er zwei Bebauungsvarianten vorgelegt. Die erste wurde vom Umweltamt abgelehnt, weil die Neubauten unterhalb der Villa an der Reicker Straße in einem Biotop liegen würden. 2012 hatte man in Bäumen des kleinen Parks Höhlen entdeckt, die Vögeln und Insekten als Brutstätte nutzen könnten.

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Also plante Holzapfel um: Demnach sollten ein größerer Neubau direkt neben der Villa und sechs kleinere Gebäude an der Rayskistraße entstehen. Diese Variante lehnte wiederum das Denkmalschutzamt ab, weil es den Charakter der Fabrikantenvilla zu sehr verändern würde, so die Begründung. Zuletzt hoffte der Investor, dass die Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) in einem sogenannten Ermessungsentscheid den Konflikt zwischen beiden Ämtern löst und selbst entscheidet, ob Naturschutz- oder Denkmalschutzbelange wichtiger sind. Am 31. April wird nun noch der Bauausschuss über die geplante Aufhebung des Vorhabens abstimmen.

Einige Dresdner begrüßen indes, dass die Stadt die Neubauten verhindert. „Private Interessen gefährden den Gesamteindruck des Villengrundstücks“, schreibt Harald Krauß in einem Leserbrief. „Hoffentlich bleiben die Ämter stark.“ Auch Angela Hampel sieht das so: „Es ist keine Ämter-Posse“, schreibt sie. „Es ist deren Aufgabe, Kulturgut und Natur zu schützen.“