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Keine Neubauten am Rand vom Kromlauer Park

Bauland findet sich künftig nur schwer in idyllischen Lagen. Das regelt der Flächennutzungsplan der Verwaltungsgemeinschaft.

Von Sabine Larbig

Der Mittelweg in Gablenz oder Badesee und Randlagen am Park in Kromlau sind gefragte Eigenheimstandorte. Doch bauen ist hier auch die nächsten 15 Jahre nicht erlaubt.

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So sieht es der vom Gemeinderat einstimmig beschlossene – und 15 Jahre gültige – neue Flächennutzungsplan der Verwaltungsgemeinschaft Bad Muskau vor.

Vor der Abstimmung lag das umfangreiche Werk öffentlich aus. Allein für Gablenz und Kromlau kamen 51 Seiten Stellungnahmen und Abwägungsprotokolle von Behörden, Ämtern, Nachbargemeinden, Vereinen sowie über 30 Einwohnern zusammen. Berücksichtigt sind aber nicht alle Forderungen und Wünsche.

Aufgrund aktueller Bevölkerungsprognosen ist aus Sicht zuständiger Behörden nicht mit Bevölkerungsexplosion und erhöhtem Bedarf zu rechnen. Vorhandene und als Baugebiete ausgewiesene Flächen – wie das 4 200 Quadratmeter große Wohngebiet am Wiesengrund oder innerörtliche Baulücken – seien ausreichend. Da zudem Schutzstreifen zu Waldrändern einzuhalten und mehr Landwirtschaftsflächen nötig sind, werden – trotz zahlreicher Forderungen von Grundstückseigentümern – keine neuen Baugebiete ausgewiesen. Bauverbot gilt ebenfalls für Außengebiete und Landschaftsschutzgebiete. Änderungen, so Bürgermeister Dietmar Noack im Gemeinderat, sind möglich. „Aber nur durch Einzelfallprüfungen – oder wenn der Flächennutzungsplan fortgeschrieben wird.“

Der Park ist weiter nur teilweise Waldfläche. Zum Ärger der Gemeinde. Würde der 200 Hektar große Landschaftspark nämlich komplett als Wald gelten, müsste sie nicht mehr so viel Geld wie bisher in die Verkehrssicherung investieren. Grund: Für Wälder gelten geringere Anforderungen als für öffentliche Parks. „Was aber ist mit den über 15 Wohnhäusern, die im Waldrandschutzstreifen vom Park stehen“, fragt Gemeinderat Jürgen Oeder. Schließlich sehe das neue sächsische Waldgesetz nun größere Schutzstreifen vor. Laut Bürgermeister Noack müssen die Bewohner keine Angst vor einem Umzug haben. „Für die Häuser besteht Bestandsschutz. Nur Neubauten sind dort nicht möglich.“

Für die in Gablenz und Kromlau vorhandenen Wochenendhäuser und die Bungalowsiedlung gilt der Status eines Sondergebiets. Ausgewiesene gewerbliche Bauflächen, Kleingartenanlagen oder gesetzlich geschützte Biotope, Waldaufforstungsflächen, Rückhaltegebiete in Überschwemmungsflächen und das Mischgebiet Schloss Kromlau bleiben ebenfalls erhalten.

Neu ist, dass innerhalb der geologischen Formation Muskauer Faltenbogen ein Sondergebiet „Geoschuppe“ – ein touristisches Vorhaben südlich von Kromlau – ausgewiesen wird. Um die tatsächliche Nutzungsfläche erweitert wird zudem das Waldeisenbahnareal im Norden Kromlaus.

Auch Streichungen gibt es in dem neuen Flächenplan. Da die B 160 nicht kommt, fällt der Trassenverlauf durch das Gemeindegebiet ersatzlos weg. Zudem fallen bisher als Waldmehrungsflächen geltende Bereiche in Gablenz und Kromlau weg.