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Keine Ruhe an der Hafenstraße

Anwohner ärgern sich über zu viel Durchgangsverkehr. Ein Schild könnte das Problem lösen helfen. Aber die Stadt ist dagegen.

Von Harald Daßler

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Mit Oppacher gelassen losradeln

Eine ausgedehnte Fahrradtour ist fabelhaft – wenn sie gut vorbereitet ist.

Ein Wunder, dass hier noch nicht mehr passiert ist! Aber Dutzende abgefahrene Spiegel an parkenden Fahrzeugen – das spricht doch für sich, ist Christian Traudt überzeugt. Wie er ärgern sich viele Anwohner über den wachsenden Durchgangsverkehr auf der Hafenstraße. Die Straße scheint sich größter Beliebtheit als Schleichweg zum Umfahren der Kreuzung am Beyerlein-Platz stadteinwärts zu erfreuen. In dieser Beobachtung weiß sich Christian Traudt nicht nur mit Bewohnern seines Hauses an der Hafenstraße 9 einig.

Die Enge der Straße und der Mangel an Parkplätzen verschärften das Problem noch. „Auf den sehr schmalen Gehwegen dieser Straße sind Schüler von drei Meißner Schulen unterwegs“, begründet er, warum er die auf dieser Straße geltenden Verkehrsregelungen für unverantwortlich hält. Und: Anstatt zur Entspannung der Situation beizutragen, seien plötzlich weitere Parkplätze ausgewiesen worden, wodurch es nun noch enger und unübersichtlicher auf der Straße werden dürfte.

Dabei hatten die Hafenstraßen-Anwohner eine Idee zum Entspannen der Lage: Dort, wo die Hafenstraße auf die Zscheilaer Straße trifft, sollte ein Verkehrsschild das Abbiegen nach rechts in Richtung der Altstadtbrücke verbieten, stattdessen nur das Einbiegen nach links in die Zscheilaer Straße erlauben. Sofort wäre der Hafenstraße jeglicher Reiz als Schleichweg in die Meißner Innenstadt genommen.

Mehrere Anwohner hatten dies Stadtverwaltung unterbreitet. Der Chef des städtischen Ordnungsamtes Markus Renner bestätigt das. Der Vorschlag sei untersucht worden, als Ausschüsse des Stadtrates gemeinsam mit einem Ingenieurbüro ein Verkehrskonzept für die Stadt entwickelten. Wie Markus Renner erklärt, sei das Linksabbiegen von der Hafen- in die Zscheilaer Straße abgewogen worden – gegen das Ansinnen, eine zumindest zeitweilige Entlastung der Kreuzung am Beyerlein-Platz vorzuhalten. In den Gremien habe sich eine Mehrheit durchgesetzt, die den Schleichweg Hafenstraße beibehalten will.

Der Ordnungsamtsleiter verweist auf Tempo 30, das auf der Hafenstraße gilt. Zur Beruhigung soll auch eine verlängerte Einbahnstraßenregelung bis zur Einmündung des Fährgässchens beitragen, so wie sie im vorigen November im Amtsblatt angekündigt wurde. Außerdem wurden etwa zehn neue Parkplätze auf der Straße markiert.

Die Anwohner sehen die Hafenstraße damit keineswegs als beruhigt an. Es sei vor allem noch schwieriger, mal kurz beim Bäcker zu halten oder aus Grundstücksausfahrten auf die nun noch engere Straße herauszufahren. Natürlich sei es zu begrüßen, wenn einige neue Pkw-Stellflächen entstehen, sagt Christian Traudt. Aber sie sind noch nicht optimal angeordnet. Ordnungsamtschef Renner zeigt sich für Vorschläge und Anregungen offen. Konkrete Entscheidungen sollen aber an Ort und Stelle und nach eingehender Beobachtung getroffen werden.

Bleiben sollen auch die Warnbaken, die vor einigen Jahren an der Mündung zur Niederfährer Straße aufgestellt worden waren, um die Hafenstraße zu beruhigen. Dass derzeit nur eine Bake zu sehen ist, erklärt Markus Renner mit Schäden, die während der Bauarbeiten zur Erweiterung des Welcome Parkhotels entstanden sind. Sobald die zweite Warnbake im Bauhof repariert ist, wird sie wieder aufgestellt.

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