merken
PLUS Döbeln

Keine Schuhe, aber Suppe in Döbeln

Ab diesem Donnerstag müssen viele Geschäfte schließen. Einige, weil sie müssen. Andere vielleicht, weil die Kunden zu Hause bleiben.

Das Plakat, das Annett Jung zeigt, wird ab Donnerstag am geschlossenen Schuhgeschäft hängen. Es weist auf die Möglichkeit für den Einkauf im Internet hin.
Das Plakat, das Annett Jung zeigt, wird ab Donnerstag am geschlossenen Schuhgeschäft hängen. Es weist auf die Möglichkeit für den Einkauf im Internet hin. © Dietmar Thomas

Döbeln. Von Corona-Krise war am Mittwoch auf dem Döbelner Wochenmarkt nichts zu spüren. Er war sogar üppiger mit Händlern bestückt, als in den Vorwochen. Und auch reichlich Kunden waren unterwegs. „Für mich ist es besser gelaufen als an anderen Markttagen. Für andere Händler etwas schlechter“, schätzte Käsehändler Christoph Kirschbaum ein. Die Aussichten für die Markthändler sind gut. Die Wochenmärkte sind zumindest vorerst nicht von Schließung betroffen.

Bei anderen Händlern, die nicht unter Versorgung des täglichen Bedarfs fallen, sieht das anders aus. Annett Jung von „Jung-Schuhe“ am Niedermarkt hat sich auf die Schließung eingerichtet. „Erst einmal vier Wochen bis zum 20. April“ sagt sie. Vier Mitarbeiterinnen aus den beiden Döbelnern Geschäften sollen in Kurzarbeit gehen. „Da müssen wir jetzt durch. Wir hoffen, dass die Kunden zu uns halten und wiederkommen.“ 

Anzeige
Ferientipps für Sachsen und Umgebung
Ferientipps für Sachsen und Umgebung

Da ist sie endlich wieder, die schönste Zeit des Jahres - die Sommerferien! Wir haben tolle Freizeittipps für Familienausflüge in Sachsen, Thüringen und darüber hinaus.

Die Schließung der Läden fällt voll mit dem Frühjahrsgeschäft zusammen. Mit einem Aushang weist Jung-Schuhe darauf hin, dass es die Schuhe auch im Internet-Shop des Händlers zu kaufen gibt. „Wir liefern im Umkreis von 15 Kilometern kostenfrei aus“, sagte Annett Jung.

>>>Über die Ausbreitung des Coronavirus und über die Folgen in der Region Döbeln berichten wir laufend aktuell in unserem Newsblog.<<<

Auf den Internethandel setzt auch Ralf Hensgens einige Hoffnung. „Die Leute brauchen trotzdem weiter Haushaltwaren“, sagte er. Die werden sie im City-Kaufhaus in der Döbelner Innenstadt nicht bekommen. Hensgens schließt es ab Donnerstag genau so wie den Möbelmarkt in Masten. Hensgens ist einer der größeren Händler mit Kaufhäusern in anderen Bundesländern und Großhandel. „Wir rennen von einer Krisensitzung zur nächsten“, sagte er. Wichtig sei, die Lieferkette abzusichern und die Ware, die im Zulauf ist, abzunehmen. 

Ein großer Teil der Mitarbeiter wird in Kurzarbeit gehen, ein anderer im Hintergrund weiterarbeiten. „Wir müssen noch klären, wie wir unter höheren Sicherheitsmaßnahmen im Möbelmarkt noch Ware herausgeben können. Da gibt es Kunden, die gerade umziehen und ihre Matratzen brauchen.“ Vieles sei noch unklar und die Behörden in den verschiedenen Bundesländern oft nicht sehr aussagefähig. „So eine Situation hatten wir auch noch nicht“, sagte Hensgens.

Der Wochenmarkt wird vorerst nicht eingestellt.
Der Wochenmarkt wird vorerst nicht eingestellt. © Dietmar Thomas

Auch das Modehaus Faustmann wird seine beiden Geschäfte in Döbeln schließen und die Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken. Nur das Büro und der Versandhandel bleiben besetzt, sagte Roland Faustmann. Auch für den Modehändler kommt die Schließung zu einer ungünstigen Zeit. Gerade müsste die Frühjahrskollektion verkauft werden. „Wir werden sehen, wie sich das entwickelt“, sagte Faustmann.

Das öffentliche Leben wird nicht komplett zusammenbrechen. Etliche Geschäfte bleiben offen. „Ich denke, dass wir weitermachen können. Wir verkaufen auch Zeitschriften und müssen damit nicht schließen“, sagte Yvonne Roßberg vom gleichnamigen Wein- und Spirituosenhandel. „Wir können nur von Tag zu Tag planen.“

Auch Sebastian Kühne, Inhaber von Optik Sandow, will seine Geschäfte vorerst nicht schließen „Wir sind als Handwerker und Gesundheitsdienstleister anscheinend nicht betroffen“, sagte er. Ob er seine insgesamt sechs Geschäfte von Grimma bis Döbeln langfristig offen halten wird, das weiß der Optiker noch nicht. „Wir schauen, wie es weiter geht. Ich bin da hin und hergerissen. Die Kundenfrequenz wird nachlassen. Auf der einen Seite rufen Kunden an und sagen Termine ab, auf der anderen fragen Leute an, ob wir weiter geöffnet haben.“ Priorität habe das Fertigstellen der bestellten Brillen.

In Caroline Bothins „Kleiner Auszeit“ wird es weiter Suppen geben.
In Caroline Bothins „Kleiner Auszeit“ wird es weiter Suppen geben. © Dietmar Thomas

Auch Caroline Bothin vom Suppenimbiss „Kleine Auszeit“ am Obermarkt wird weiter geöffnet haben. „Solange noch Leute kommen. Gestern waren es schon deutlich weniger. In der kommenden Woche muss ich sehen, ob es sich noch lohnt“, sagte sie. Für die Kleinstunternehmerin würde die Schließung den kompletten Verdienstausfall bedeuten. „Die Rechnungen und Kredite müssen trotzdem bezahlt werden.“

Mehr aktuelle Nachrichten aus Döbeln lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Döbeln