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Großenhain

Keine Silvesterböller über Großenhain?

Zwei Familien haben ein Verbot beantragt. Doch die Umsetzung wäre sehr kompliziert, heißt es aus dem Rathaus.

So schön kann Feuerwerk sein - hier beim Großenhainer Flugplatzfest. Doch nach den Schäden zum Jahreswechsel werden Stimmen laut, so etwas in Großenhain zu verbieten.
So schön kann Feuerwerk sein - hier beim Großenhainer Flugplatzfest. Doch nach den Schäden zum Jahreswechsel werden Stimmen laut, so etwas in Großenhain zu verbieten. © Kristin Richter

Großenhain. Die Schäden waren immens und größer als in den Vorjahren. Das Silvesterfeuerwerk in und um Großenhain zum Jahreswechsel hat einerseits die Ordnungs- und Räumkommandos arg beschäftigt. Zum Anderen ist aber auch die Debatte um den Sinn und Zweck der Böllerei ins Rollen gekommen. Zunächst auf diversen Internetplattformen. Im Rathaus aber auch mit konkreten Beschwerden.

 Zwei Familien, so Matthias Schmieder, zuständiger Sachgebietsleiter für Ordnung und Sicherheit, haben offiziell gegen das Feuerwerk protestiert. Ihre Forderungen: Man möge in Großenhain künftig das Silvesterfeuerwerk generell verbieten bzw. sogenannte Verbotszonen einrichten. Doch Matthias Schmieder räumt sofort ein: "Wir sind als Verwaltung da rechtlich eingeschränkt." 

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Für Hautbedürfnisse gilt dasselbe wie für Beziehungen oder Arbeitssituationen: Die richtige Balance sorgt für langfristiges Wohlbefinden. Charlotte Meentzen hat schon damals verstanden, dass schöne Haut am erfolgreichsten zusammen mit dem Geist gepflegt wird.

Der Umgang mit pyrotechnischen Gegenständen in Großenhain wird durch die Polizeiverordnung geregelt. Neben dem 31. Dezember und 1. Januar gibt es demzufolge Ausnahmen, an denen ebenfalls ein Feuerwerk gezündet werden darf. Allerdings nur, wenn eine Extrazulassung eingeholt wurde. 

Derlei Ausnahmen betreffen zum Beispiel Hochzeiten und Ehejubiläen sowie Veranstaltungen der Stadt selbst. Verboten ist das Abbrennen von Feuerwerk in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern und Kliniken, Kinder- und Altenheimen. Natürlich, so Matthias Schmieder, könnte man das Verbot weiter ausdehnen, indem man die Polizeiverordnung ändert.

 Aber: Wer sollte die Einhaltung dann kontrollieren? Beispiele aus Deutschland, wo zum Beispiel über den Jahreswechsel Verbotszonen angeordnet wurden, sind sicher gut gemeint. Doch die Zahl von Ordnungskräften, noch dazu in einer Feiertagszeit, ist begrenzt. "Es ist nicht kontrollierbar", sagte auch Oberbürgermeister Sven Mißbach zur Stadtratssitzung.

In der jüngsten Silvesternacht wurde unter anderem ein Schaltkasen an der Elmo-Brücke komplett durch Böller zerstört.
In der jüngsten Silvesternacht wurde unter anderem ein Schaltkasen an der Elmo-Brücke komplett durch Böller zerstört. © Kristin Richter

Natürlich geben die Geschehnisse des jüngsten Jahreswechsels den beschwerdeführenden Familien recht. Die Bilanz: Ein Papierkorb an der Ecke Naundorfer Straße/Kirchplatz wurde gesprengt. Eine Hundetoilette Röderneugrabendamm, ein Papierkorb auf der Seeinsel sowie auf der Mülbitzer Straße wurden ebenso zerstört wie ein Ascher im Sportpark „Husarenviertel“ an der Mehrzweckhalle.

Die Feuerwehr musste zum Brand eines Kleidercontainers am Cottbuser Bahnhof ausrücken. Dort schossen zudem Vandalen gezielt eine Bushaltestellenscheibe kaputt, nicht weit entfernt wurde ein Schaltkasten des AZV-Pumpwerkes zerstört. Ein Zigarettenautomat auf der Bahnhofstraße wurde gesprengt.

Besonders dreist: Im Röderneugraben unterhalb der Brücke hinter dem Bad wurden ein Kinderwagen und ein Einkaufswagen in die Röder gefahren. 4.370 Euro an Vandalismusschäden entstanden. "Hinzu kommt noch die allgemeine Reinigung der restliche Silvestervermüllung im gesamten Stadtgebiet durch den Bauhof mit Kosten in Höhe von 6.600,00 Euro", so Rathaussprecherin Diana Schulze.

Macht unterm Strich einen Gesamtschaden von rund 11.000 Euro. Zwar habe die Stadt zu mehreren Delikten Anzeige gegen Unbekannt gestellt. Doch die Ermittlungen sind natürlich sehr schwierig.

Ein Verbot von Silvesterböllern allerdings auch. Matthias Schmieder will daher zumindest die Möglichkeit ausloten, an die Vernunft der Leute zu appellieren. Zum Beispiel durch "eine intensive Werbung für einen freiwilligen Verzicht" auf das Feuerwerk. Dazu sollten unter anderem das Amtsblatt und andere Medien genutzt werden.