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Darf man an der Elbe grillen?

Im Landkreis Meißen gibt es von Stadt zu Stadt unterschiedliche Regeln fürs Barbecue auf öffentlichen Plätzen.

Zum Picknick den Grill anschmeißen, ist eine schöne Sache. Doch Vorsicht: Nicht überall ist das erlaubt. Jede Stadt macht ihre eigenen Regeln, wo gegrillt werden darf.
Zum Picknick den Grill anschmeißen, ist eine schöne Sache. Doch Vorsicht: Nicht überall ist das erlaubt. Jede Stadt macht ihre eigenen Regeln, wo gegrillt werden darf. © dpa

Meißen. Sommer, Sonne, Zeit, den Grill anzuschmeißen. So bald es draußen warm ist, duftete es fast überall nach Gebrutzeltem. Im Corona-Sommer 2020, in dem viele nicht weit weg in den Urlaub fahren, sondern in der Umgebung bleiben, bietet sich ein Picknick im Freien umso mehr an. Wer in einem öffentlichen Park oder an der Elbe grillen will, sollte sich aber vorher über die Regeln informieren. Es gibt nämlich kein allgemeines Gesetz, das das Grillen in der Öffentlichkeit regelt, die Städte und Gemeinden entscheiden stattdessen individuell. Auch im Landkreis Meißen gibt es unterschiedliche Regelungen.

Darf man im öffentlichen Raum den Grill anschmeißen?

​Die Antwort auf diese Frage hängt davon ab, wo im Landkreis Meißen man sich befindet. In Radebeul ist es nicht erlaubt, in Grün- und Erholungsanlagen zu grillen. „Auf öffentlichen Wegen oder Plätzen hingegen ist Grillen nicht generell verboten, zum Beispiel wird manchmal an den Sitzgruppen am Elbradweg gegrillt“, informiert Stadtsprecherin Ute Leder. Die Meißner Polizeiverordnung enthält ebenfalls keinen Verbotsabschnitt für öffentliche Flächen. 

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Anders in Riesa: Dort braucht man offiziell fürs Grillen auf öffentlichen Flächen eine Erlaubnis der Ortspolizeibehörde, die zwei Wochen vorher schriftlich beantragt werden muss. Gar keine Erlaubnis gibt es in Großenhain. „Gemäß Polizeiverordnung der Stadt Großenhain ist es untersagt, auf öffentlichen Verkehrsflächen und in öffentlichen Anlagen Grill- und Kochfeuer abzubrennen“, teilt Sprecherin Diana Schulze mit.

In Radebeul gibt es eine Feuerstelle an der Elbe, die ohne Anmeldung genutzt werden kann
In Radebeul gibt es eine Feuerstelle an der Elbe, die ohne Anmeldung genutzt werden kann © Norbert Millauer

Gibt es offizielle Grillstellen und muss man sich dafür anmelden?

Wenn nicht auf der Wiese, dann vielleicht an einem offiziellen Grillplatz Fleisch, Gemüse oder Fisch braten? In Riesa gibt es davon drei an der Elbe, die gerne genutzt werden, sagt Stadtsprecher Uwe Päsler. Wer dort sein Essen zubereitet, ist verpflichtet, darauf zu achten, dass keine Anpflanzungen, Bäume oder Möbel Schaden nehmen. Die Stellen müssen sauber verlassen werden und es darf nur abgelöschte und erkaltete Grillkohle entsorgt werden. 

In Radebeul sind Grillstellen zwar nicht direkt ausgewiesen, auf dem Sportplatz in Lindenau und am Elbufer gibt es aber jeweils eine Feuerstelle für Lagerfeuer, wo auch die Würstchen gedreht werden können. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.

Auch in Großenhain an der Festwiese wurde so etwas im Zuge der Landesgartenschau 2002 mal eingerichtet. Allerdings gab es dort immer wieder Probleme. „Nach mehrfachem Vandalismus und unsachgemäßer Nutzung musste dieser Grillplatz leider zurückgebaut werden. Gleichzeitig hat die Erfahrung mit diesem Grillplatz gezeigt, dass solche Angebote mangelnder Hygiene und häufiger Vermüllung ausgesetzt sind und so der Öffentlichkeit nicht zur Verfügung gestellt werden können“, sagt Sprecherin Diana Schulze. 

Ähnliches Problem in Meißen: Dort gab es ebenfalls mal Grillstellen. „Durch regelmäßigen Vandalismus musste die Stadt diese jedoch wieder entfernen“, informiert Gerda Kegler aus der Pressestelle.

Welche Strafen drohen, wenn man sich nicht an die Vorschriften hält?

Auch das ist von Ort zu Ort verschieden. In Großenhain wird bei Missachtung ein Verwarngeld in Höhe von 55 Euro fällig. Je nach Schwere der Tat, kann es aber auch deutlich teurer werden.

In Meißen und Riesa sind bei Verstößen gegen die Polizeiverordnung theoretisch Bußgelder in Höhe von 1.000 bzw. 5.000 Euro möglich. Allerdings werden solch hohe Summen allein fürs Grillen nicht verhängt.

Wann darf auch an Feuerstellen nicht gegrillt werden?

Auch dort, wo Stellen für Lagerfeuer und zum Grillen eingerichtete sind, darf unter besonderen Umständen kein Feuer entfacht werden. Dann nämlich, wenn es zu trocken ist. Bei hoher Waldbrandgefahr dürfen die Grillstellen in Radebeul nicht benutzt werden, weil dort keine Löschmittel zur Verfügung stehen, sagt Sprecherin Ute Leder. Bei großer Trockenheit können überall auch Feuer auf dem eigenen Grundstück untersagt werden, die ohnehin ab einer gewissen Größe angemeldet werden müssen.

Welche Regeln gibt es fürs Grillen im eigenen Garten oder auf dem Balkon?

Auf dem eigenen Grundstück befindet man sich nicht mehr in der Öffentlichkeit. Hier ist das Grillen grundsätzlich erlaubt. Mieter, die im Garten oder auf dem Balkon den Grill anwerfen wollen, sollten vorher in ihren Mietvertrag schauen. Ist im Mietvertrag ausdrücklich das Grillen auf Balkon oder Terrasse verboten, müssen sich Mieter daran halten. Wer das Grillverbot missachtet, riskiert eine Abmahnung oder sogar die Kündigung. Auch ohne Verbot darf nur dann gegrillt werden, wenn der Rauch nicht in Nachbarwohnungen zieht.

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