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Keine Übernachtungen – Saurierpark muss seine Pläne korrigieren

Das Übernachtungsangebot ist vom Tisch. Größer wird der Park in Kleinwelka aber trotzdem.

Von Christoph Scharf

Eine Unterschriftensammlung, lautstarke Debatten, empörte Leserbriefe: Die Erweiterungspläne des Saurierparks stießen bei den Anwohnern in Kleinwelka auf ein lebhaftes Echo. Viele fürchten mehr Krach im Ort – und protestierten deshalb gegen eine Änderung des Bebauungsplans. Nun reagiert die Beteiligungs- und Betriebsgesellschaft Bautzen (BBB). Sie streicht kurzerhand den Punkt, der am meisten für Ärger sorgte. Die SZ stellt die wichtigsten Kritikpunkte der Anwohner und die Reaktion des Parkbetreibers vor.

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Befürchtung 1: Künftig auch nachts Trubel im Saurierpark

Ganze Jugendgruppen ziehen mit dem Bier in der Hand durchs nächtliche Kleinwelka – diese Befürchtung verbanden Anwohner mit dem geplanten Übernachtungsangebot am Saurierpark. Schließlich sollte sich das am südöstlichen Parkrand vorgesehene Areal vor allem an Gruppen richten. Und vom Lärm auswärts übernachtender Schulklassen können schon die Nachbarn der Jugendherberge ein Lied singen.

Die Erlebnisnächte in Kleinwelka sind allerdings abgehakt. Überraschend verzichtet die BBB auf das Thema, nachdem sich vor allem an diesem Punkt Streit entzündete. „Davon nehme ich ohne Groll Abschied“, sagt Geschäftsführer Volker Bartko.

Ohnehin sei das nur so eine Idee gewesen, weil es Anfragen von Schulen gab. „Wir hätten die Sache schon eher rausgenommen, konnten aber nicht mehr so einfach im B-Plan-Verfahren eingreifen.“

Befürchtung 2: Der Saurierpark rückt immer näher an die Wohnhäuser ran

Bislang erstreckt sich ein großes Feld zwischen Saurierpark und den meisten Häusern von Kleinwelka und Kleinseidau. Anwohner fürchten, dass die Anlage stückweise bis an ihren Grundstückszaun heran wächst. Sie schlagen deshalb eine Erweiterung Richtung Süden vor – vom Dorf weg.

Durch den Wegfall der Übernachtungsfläche entspannt sich die Situation jedoch deutlich. Das war der Teil der Erweiterung, der dem Wohngebiet am nächsten gekommen wäre. Bei den geplanten Parkflächen dagegen gibt es keine wesentliche Änderung. Die Grundstücke südlich der heutigen Einfahrt seien keine vernünftige Alternative, weil das Gelände auf den neuen Haupteingang ausgerichtet wachsen soll, heißt es .

Befürchtung 3: Lärmbelastung für Anwohner wird noch schlimmer

Ein größerer Park wird attraktiver für Besucher. So weit, so gut. Anwohner fürchten allerdings, dass das mehr Lärm mit sich bringt. Sie fordern Nachbesserungen. Zum Teil gehen die neuen Planungen darauf ein: So wird im Lärmgutachten nun auch das benachbarte Altenheim berücksichtigt – das blieb bisher außen vor.

Außerdem gab es eine Änderung bei den Uhrzeiten, zu denen bestimmte Lärm-Werte zulässig sind. Bislang wurde die streng limitierte Nacht-Zeit von 22 bis 6 Uhr angesetzt, künftig gilt sie bis 7 Uhr. Eine Lärmschutzwand um den Park kommt allerdings nicht – die sei bei der Ausdehnung des Areals und der Hügel und Täler wenig sinnvoll, weil der Lärm sich oben drüber ausbreite. Ein Wertverlust angrenzender Immobilien sei dennoch nicht zu befürchten, solange die festgesetzten Lärmwerte eingehalten werden. Anwohner fordern deshalb echte Messungen. Bislang wurde für das Gutachten nur theoretisch gerechnet. Die Messungen sollen in der nächsten Saison folgen. Umstritten ist etwa ein automatisch brüllender Saurier.

Befürchtung 4: Saurierpark entwickelt sich zum klassischen Freizeitpark

Mehrere Anwohner fürchten, dass sich der Saurierpark mit seinen neuen Attraktionen hin zu einem typischen Freizeitpark wie Belantis entwickelt. Das sieht die Stadt anders: Offene Fahrgeschäfte wie Achterbahnen oder Riesenräder seien in Kleinwelka auch künftig nicht geplant. Ein Konzept für die nächsten Jahrzehnte könne man der BBB allerdings nicht vorschreiben. Der Saurierpark müsse flexibel auf die Markt-Entwicklung reagieren können.

Befürchtung 5: Weitere Pläne werden hinter verschlossener Tür diskutiert

Manch Park-Nachbar wurde von den Erweiterungsplänen der BBB überrascht. Der Vorwurf: Man lasse die Öffentlichkeit bei den Planungen außen vor. Nach einer Vor-Ort-Begehung von Anwohnern, Stadträten und BBB-Vertretern ist die Stimmung gelassener, wie sich auf der jüngsten Sondersitzung des Ortschaftsrats zeigte. Gut 35 Einwohner waren erschienen. Protest blieb aus – auch als die Ortsräte einstimmig den geänderten Plänen zustimmten. Am 18. Dezember soll nun der Stadtrat darüber beschließen. Anfang 2014 werden die Planungen erneut öffentlich ausgelegt.