merken
PLUS

Keine zweisprachige Autobahn-Beschilderung

Die Beschriftung der Wegweiser auf den Autobahnen im deutsch-sorbischen Siedlungsgebiet bleibt auch zukünftig einsprachig. In diesem Punkt sind sich Bundes- und sächsische Landesregierung einig. „Bei...

Von Tino Meyer

Die Beschriftung der Wegweiser auf den Autobahnen im deutsch-sorbischen Siedlungsgebiet bleibt auch zukünftig einsprachig. In diesem Punkt sind sich Bundes- und sächsische Landesregierung einig.

Jubel
Zwei echt starke Jubiläen
Zwei echt starke Jubiläen

Die gedruckte Sächsische Zeitung wird 75 Jahre alt. Digital gibt es uns seit 25 Jahren. Beide Jubiläen wollen wir feiern - und Sie können dabei gewinnen.

„Bei zügiger Fahrt auf den Autobahnen kann nur eine sehr begrenzte Anzahl von Informationen aufgenommen werden. Jede zusätzliche Information, auch eine fremdsprachige, stellt eine Ablenkung vom Verkehrsgeschehen dar“, begründet Iris Gleicke, Staatssekretärin im Bundesverkehrsministerium. Außerdem würden die Sorben auch die deutsche Sprache beherrschen und bedürfen zur Orientierung keiner zweisprachigen Beschilderung, heißt es im Ministerium.

Der Bund Lausitzer Sorben fühlt sich durch solche Aussagen provoziert. „Dann könnten wir doch künftig nur noch sorbisch reden“, sagt Marko Kowar gereizt. Der Referent für wirtschaftliche und infrastrukturelle Angelegenheiten bei der Domowina wertet die Ablehnung als Nichtanerkennung der sorbischen Sprache. „Uns geht es nicht darum, dass ganze Schilder und Hinweistafeln übersetzt werden. Wir wollen aber erst einmal in den Dialog treten, bevor entschieden wird. Die Bearbeiter machen es sich zu einfach“, ist Kowar enttäuscht.

Ganz und gar unzufrieden ist auch Maria Michalk (CDU). Die Bundestagsabgeordnete hatte mit ihrer Fraktion die 19 Punkte umfassende Anfrage an die Bundesregierung gestellt. „Ich hatte wenigstens den Willen zur schrittweisen Umsetzung entsprechend der finanziellen Möglichkeiten erwartet“, sagt Michalk. Rund zwei Millionen Euro würde die Umstellung der insgesamt 133 blauen Schilder an sächsischen und brandenburgischen Autobahnen kosten. Das Ministerium zieht eine solche Investition nicht in Betracht und verweist auf die flexiblere Handhabung der braunen, touristischen Hinweisschilder. „Für mich ist die Antwort widersprüchlich. Deshalb werde ich jetzt weiter nachhaken“, kündigt Michalk an.

Derzeit erfolgt in der Oberlausitz, dem sorbischen Siedlungsgebiet im Freistaat, die zweisprachige Beschilderung auf den Bundes-, Staats-, Kreis- und Gemeindestraßen. Zudem sind die Hinweistafeln „Kloster Marienstern“ und „Oberlausitz“ auf der Autobahn A 4 deutsch und sorbisch beschriftet.