merken
PLUS

Keine zweite Schandfichte: Neuer Striezelmarktbaum ist kräftig und gerade

Nach der Blamage im letzten Jahr durften die Dresdner den Baum diesmal selbst aussuchen.

© Jörn Haufe

Von Sandro Rahrisch

Dresden. Schandfichte, Nadelkrüppel, schiefer Baum von Dresden – so viel Spott wie die letzte Striezelmarkt-Fichte musste wohl noch kein Baum vorher über sich ergehen lassen. Dieses Jahr hat das Rathaus die Entscheidung gleich ganz abgegeben, und zwar an die Dresdner, die im Internet abgestimmt haben. Der Gewinner steht noch in Langebrück, ist 25 Meter hoch und leidet nicht unter chronischem Nadelausfall. „Der letzte Baum war ja ganz furchtbar“, sagen Christiane und Erhardt Möbius, deren Baum mit 1 200 Stimmen Vorsprung gewonnen hat. „Wir dachten damals: Da hätten wir auch unsere Fichte hinstellen können – die ist wenigstens gleichmäßig gewachsen.“ Und da ihr Rhododendron im Garten mehr Licht vertragen könnte, trennt sich das Paar dieses Jahr von seinem Baum. Die Stadt bekommt ihn kostenlos, nur den 16 Kilometer weiten Transport muss sie bezahlen, 2 500 Euro kostet dieser.

HOLDER
Zuverlässigkeit und Erfahrung
Zuverlässigkeit und Erfahrung

Kettensäge kaputt oder Profi-Gerät für´s Wochenende gesucht? Bei HOLDER kein Problem: Onlineshop, Werkstatt und Leihservice sorgen für funktionierendes und passendes Gerät.

„Die Fichte stammt aus Geising, mein Vater hat sie 1970 gepflanzt“, sagt Erhardt Möbius. Damals war er 18 Jahre alt. Doch ob der Baum noch genauso prächtig aussieht, wenn er am 2. November auf dem Altmarkt eintrifft, bezweifelt sogar Dresdens Erster Bürgermeister Dirk Hilbert. „Ein paar Zweige wird er bestimmt lassen, wenn der Kran ihn anhebt“, sagt er. Die Stadt hat deshalb sogar darüber nachgedacht, den Baum per Hubschrauber einfliegen zu lassen. Marktchefin Sigrid Förster bezweifelt aber, dass der Baum dann weniger Schaden nehmen würde. „Außerdem ist es schwer, dafür eine Firma zu finden.“

Weiterführende Artikel

Panne bei Suche nach Dresdner Striezelmarkt-Baum

Panne bei Suche nach Dresdner Striezelmarkt-Baum

Ein halbes Jahr vor Weihnachten hat die Stadt dazu aufgerufen, geeignete Bäume zu melden. Doch das hat nicht so geklappt, wie erhofft.

Um das Desaster vom letzten Jahr nicht zu wiederholen, sollen die Dresdner auch nächstes Jahr Bäume vorschlagen und darüber abstimmen dürfen. „Sonst müssen wir vom Forst das nehmen, was wir kriegen“, sagt Hilbert. Immerhin sind mehr als 50 Fichten und Tannen kostenlos angeboten worden, über 5 200 Klicks zählte die Stadt bei der Wahl im Internet.

Der Dresdner Striezelmarkt öffnet am 27. November. Für Christiane und Erhardt Möbius ist der Bummel mit den Kindern eine Tradition. „Wir freuen uns schon, unseren Baum zu sehen, wenn er dann geschmückt auf dem Altmarkt steht.“