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Keiner will werben

Die Firma Klimm soll im Auftrag der Gemeinde die Anzeigen an den neuen Ortsplänen vermarkten. Doch das ist schwierig.

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Von Jana Mundus

Die Werbung fehlt. Für die neuen Ortsinformationstafeln am Hermsdorfer Gasthof und am Obi-Baumarkt haben sich noch keine Anzeigenkunden gefunden, die dort Werbung für ihre Firma machen wollen. Das bestätigte jetzt Jochen Schwenk, Regionalleiter der Werbefirma Klimm. Die ist im Auftrag der Gemeinde für die neue Beschilderung im Gemeindegebiet zuständig. Zum einen für die Wegweiser, zum anderen für die Informationstafeln, auf dem der Ortsplan zu sehen ist. Über die neue Beschilderung gab es allerdings einige Diskussionen im Gemeinderat.

„Das ganze Hickhack hat nun dazu geführt, dass das Interesse der Gewerbetreibenden derzeit eher gering ist“, meint Schwenk. Der Gemeinderat hatte der Verwaltung vorgeworfen, nicht richtig über die neue Beschilderung informiert zu haben. Zudem verschwanden lieb gewonnene Hinweisschilder, wie das besonders gestaltete in Richtung Teichwiesenbad.

Im Zuge des Aufstellens der neuen Ortspläne verschwand in Hermsdorf der alte, den die Schloßpark-Gesellschaft aufgestellt hatte und betreute. Das sorgte ebenfalls für Unmut. Daran war schon Werbung Hermsdorfer Firmen zu sehen. Sie zahlten dafür einen Obulus an die Schloßpark-Gesellschaft. „Wir haben nun alle aktuellen Firmen, die dort Werbung gemacht haben, angesprochen“, sagt Schwenk. Bisher jedoch ohne Resonanz. Auch der Standort, der der alte Standort ist, wäre wenig attraktiv für Werbekunden. „An dieser Stelle ist man schon fast wieder aus dem Ort raus. Da informiert sich keiner.“ Ursprünglich hatte die Werbefirma einen besseren Standort vorgeschlagen, wie Schwenk sagt. Doch die Gemeinde entschied sich für den alten.

Rund 600 Euro für drei Jahre müsste eine Firma zahlen, die nur an einer Infotafel ein Werbeschild anbringen lässt. Bei Schildern an mehreren Standorten wird es preiswerter. Neben dem Standort am Obi-Baumarkt sind auch noch zwei weitere in Ottendorf-Okrilla geplant. „Dort warten wir aber noch aktuelle Straßenbauprojekte ab“, erklärt der Regionalleiter von Klimm. Die Beschilderung mit Wegweisern sei im Großen und Ganzen jedoch abgeschlossen. „Aber auch da gibt es noch Stellen, wo wir Bauliches abwarten.“

Seit Mitte der 1990er Jahre betreut Klimm Beschilderungsprojekte in Ottendorf-Okrilla. So unter anderem im Gewerbegebiet oder an Masten von Straßenlaternen. „Durch die Diskussionen der vergangenen Monate haben sich aber auch langjährige Kunden zurückgezogen“, bedauert er. Er hat jedoch die Hoffnung, dass sich die Situation schon bald zum Positiven verändert. „Wilde Werbung ist nicht mehr erwünscht und muss entfernt werden“, argumentiert er. Deshalb müssten einige bald umdenken. Mit einem Werbeschild an einer der Tafeln würden die Firmen zudem noch die Gemeinde Ottendorf-Okrilla unterstützen. „Schließlich zahlen wir Standortgebühren an die Gemeinde.“ Doch dafür sind erstmal Werbekunden gefragt.