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Keiner will Winterkleidung

Der Winterschlussverkauf lässt die Preise purzeln. Doch warme Pullis und dicke Stiefel will zurzeit niemand haben.

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Von Dagmar Doms-Berger

Schnäppchenjäger haben Hochsaison. In den Schaufenstern locken die Händler mit großen „Sale“-Schildern, um auf ihre Rabatte aufmerksam zu machen. Die Preise purzeln bei Winterbekleidung um 30 und 50 Prozent. Manchmal sind sogar 70 Prozent Preisnachlass zu erhaschen. Nach schwachen Umsätzen im vergangenen Jahr, bedingt durch die Mehrwertsteuererhöhung, setzt die Branche große Hoffnung auf die zweiwöchige Rabattaktion. Doch die dicken Wintersachen wollen nicht so recht über den Ladentisch gehen. Die Temperaturen sind zu mild.

Trotz Preisnachlässe von 40 und 50 Prozent bei Anjü-Moden am Waldheimer Niedermarkt will niemand einen Winterpulli haben. „Dagegen fragen die Kunden nach leichten T-Shirts sowie dünnen Pullovern“, sagt Verkäuferin Evelyn Weber. Das Kaufinteresse sei verhalten. Rege Nachfrage gibt es bei Cathleen Faustmann, Mitarbeiterin Marketing bei Faustmann Jeans & Fashion in Döbeln. Doch auch hier verlangt niemand einen dicken Anorak. Danach sei im Dezember gefragt worden, als noch die Hoffnung auf einen kalten und weißen Winter bestand. Derzeit halten die Kunden eher nach einem reduzierten Long-Shirt Ausschau. Auch Stiefel sind nicht gefragt, trotz der 70-prozentigen Rabatte. „Die Kunden greifen bei dem Wetter eher nach einem leichten Schuh“, sagt Antje Lein, Filialleiterin von Mayers Markenschuhe in Döbeln.

Winterliches ist dagegen für den Nachwuchs gefragt. Nach reduzierten Winterjacken und -unterwäsche halten die Kunden im Luftballon-Laden von Mirella Eppinger Ausschau. Hier kann der Kunde noch bis Mitte Februar mit Rabatten rechnen.

Von einer Nachfrage nach Wintersachen spürt Manuela Weber von der Kinderwelt Weber an der Breiten Straße in Döbeln auch nur wenig. Daran kann auch die 30- Prozent-Rabattaktion nichts ändern. Die Temperaturen seien für die Jahreszeit eben zu mild, sagt Manuela Weber. Nach Ski-Hosen fragen nur wenige Kunden, Ski-Anzüge gehen überhaupt nicht. Dafür sei aber das Interesse für leichte T-Shirts größer.