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Kennenlernen mit Rauschbrille

Die Partzsch-Firmengruppe hat ihre Azubis eingeladen. Und das sind ziemlich viele.

Tom Mehnert, Azubi im dritten Lehrjahr bei der Firma Partzsch, versucht es mit der Kraftmessung. Ein Mit-Azubi schaut ihm mit der Rauschbrille über die Schulter.
Tom Mehnert, Azubi im dritten Lehrjahr bei der Firma Partzsch, versucht es mit der Kraftmessung. Ein Mit-Azubi schaut ihm mit der Rauschbrille über die Schulter. © Dietmar Thomas

Döbeln. In den verschiedenen Firmen der Partzsch-Gruppe in Döbeln und Bitterfeld lernen gerade 22 junge Leute einen Beruf: Zerspanungstechniker, Elektroniker und Bürokaufleute. Zum ersten Mal sind viele von ihnen bei einem Azubi-Aktionstag zusammengekommen. 

„Die Azubis sollen sich kennenlernen und aufeinander zugehen. Für uns ist das eine Premiere. Wir hoffen auf ein positives Feedback von den Azubis“, sagte Manuela Nebe, Personalchefin bei der Firma Partzsch Elektromotoren.

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In diesem Jahr haben sieben neue Azubis in den Betrieben der Firmengruppe angefangen: zwei Zerspanungsmechaniker und fünf Elektroniker für Maschinen und Antriebstechnik. „Wir sind stolz, die sieben jungen Leute für die handwerklichen Berufe gefunden zu haben“, sagte die Personalchefin. Die Aktivitäten, die die Firma für die Nachwuchsgewinnung entwickelt, hatten Erfolg. „Wir gehen auf Ausbildungsmessen und in Schulen, um die jungen Leute für die Berufe zu begeistern.“

Bei der Auswahl der Azubis geht die Firma auch Kompromisse ein. Alle Bewerber für die gewerblichen Berufe – auch nicht ganz so leistungsstarke – werden zu Gesprächen eingeladen. Über ein Praktikum sollen die praktischen Fähigkeiten ausgelotet werden. Für den theoretischen Teil der Ausbildung werden über die Arbeitsagentur begleitende Hilfen angeboten, sagte Manuela Nebe. 

Externe Bildungsträger übernehmen dann die Nachhilfe, wenn es an der Berufsschule klemmt. Wer seine Ausbildung ordentlich abschließt, hat praktisch die Übernahmegarantie. „Wir bilden die Fachkräfte von morgen aus“, so die Personalleiterin. Auf dem freien Arbeitsmarkt seien kaum noch welche zu bekommen. Die Firmen der Partzsch-Gruppe suchen aktuell etwa 50 Mitarbeiter.

Tom Mehnert, angehender Industriekaufmann im dritten Lehrjahr, gefällt die Ausbildung. „Ich durchlaufe hier alle Abteilungen außerhalb der Produktion“, sagt der 23-Jährige. Möglicherweise wird er noch ein Studium an die Lehrausbildung anhängen. 

Auch zwei Geflüchtete sind bei Partzsch in Ausbildung. Muhammad Azeem Haider kommt aus Pakistan. Der 28-Jährige, der seit 2013 in Deutschland lebt, ist im dritten Lehrjahr zum Zerspanungsmechaniker. Die Berufsschule sei wegen der Sprache schwierig, erzählt er. Mit der praktischen Arbeit komme er besser zurecht. Etwa mit dem Programmieren von CNC-Maschinen.

Beim Azubi-Aktionstag gab es für die Teilnehmer einen Knigge-Kurs. „Da ging es auch darum: Wie bewege ich mich im Unternehmen. Und um unsere Werte: Respekt, Toleranz, Offenheit und ein gutes Miteinander“, sagte die Personalchefin. Später war die AOK im Haus und machte mit den Azubis Kraftmessungen verschiedener Muskelgruppen. Außerdem konnten sie mit der Rauschbrille ausprobieren, wie die Sinneseindrücke unter Alkohol und anderen Drogen eingeschränkt werden.

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