SZ +
Merken

Keramik kommt unter den Hammer

Julia Weingart töpfert in der Freizeit. Ihre Arbeiten werden an diesem Sonnabend bei der Kunstauktion im Zittauer Café „Jolesch“ versteigert.

Teilen
Folgen

Von Mario Heinke

Zittau. Detailverliebt formt Julia Weingart an den Figuren, die den Deckel jeder ihrer Dosen nach oben hin abschließen und wie eine Krone zieren. Meistens formt sie dabei dicke Frauen und zieht den „Matronen“ mittels Feinhaarpinsel Kleider in knallbunten Farben an. „Die sehen lustig und gut gelaunt aus“, erklärt die 29-Jährige ihre Entscheidung, die weibliche Körperfülle gezielt als gestalterisches Element in der Keramik einzusetzen. Ganz praktisch gesehen sorgen die prallen Figuren auch dafür, dass der Deckel auch mit dicken oder fettigen Fingern gut zu ergreifen ist.

Jede Dose ist ein Unikat. Den bunten Aufbewahrungsbehältern für Butter, Zucker, Mehl oder sonst was ist auf den ersten Blick anzusehen, dass hier jemand am Werk gewesen ist, der sein Handwerk versteht. Bei Frau Weingart ist das genauso, denn die Studentin der Betriebswirtschaft im ersten Semester hat bereits eine dreijährige Ausbildung als Töpferin abgeschlossen. Die Töpferei ist jetzt nur ein Hobby, aber nach dem Studium will die Zittauerin vielleicht ihr Geld damit verdienen. Deshalb erlernt sie zunächst wie man Produkte am Markt platziert, professionell vertreibt und weiterentwickelt. Bis dahin testet die Handwerkerin in der Freizeit immer mal wieder, wie ihre Dosen bei den Menschen ankommen. Deshalb beteiligt sich die junge Frau zum zweiten Mal an der Kunstauktion, die an diesem Sonnabend um 18 Uhr im Café „Jolesch“ beginnt. „Ich finde es toll, dass es so eine Veranstaltung in Zittau gibt“, erklärt die Studentin.

Um 20 Uhr beginnt die eigentliche Auktion mit den Kunstwerken von 39 Künstlern aller Genres. Das Angebot der Arbeiten, die Auktionator Armin Pietsch in gewohnter Dramaturgie an den Mann und die Frau bringen will, ist dabei so vielfältig wie noch nie.

Bei der ersten Zittauer Kunstauktion vor vier Jahren waren es vorwiegend noch ganz junge Künstler, deren Arbeiten in der Hillerschen Villa versteigert worden sind. Die Altersstruktur der teilnehmenden Künstler hat sich inzwischen etwas nach oben hin verschoben. Das verbreitert sicher das Spektrum der potenziellen Käufer. Die im Katalog angegebenen Mindestgebote sind äußerst moderat und für viele Menschen erschwinglich.

Der Auktionskatalog ist im Internet abrufbar. Einen Teil der Erlöse aus der Auktion spenden die Künstler wieder für einen wohltätigen Zweck.

Der Auktionskatalog im Internet: freiraumzittau.de/