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Kerzen oder Köpfe?

Die Langebrücker Kirche wird renoviert. Das neue Relief lässt viele Deutungen zu.

© Thorsten Eckert

Von Thomas Drendel

Langebrück. Sind das überdimensionale Kerzen, da an der Altar-Wand der Langebrücker Kirche? Oder doch eher stark vereinfachte Menschen? Pfarrerin Christiane Rau will sich nicht festlegen. „Diese Entscheidung überlassen wir ganz dem Betrachter“, sagt sie. „Allerdings handelt es sich ja um zwölf Figuren plus eine in der Mitte und bekanntlich hatte Jesus zwölf Jünger. Damit liegt nahe, dass sie hier abgebildet sind.“

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Die Langebrücker Kirche ist eins der ältesten Gotteshäuser in der Region. Es wurde 1280 als Wehrkirche gebaut. 1682 erhielt sie das heutige Aussehen, allerdings noch ohne den Glockenturm. Künstler Kristof Grunert gestaltet derzeit die Altarwand.
Die Langebrücker Kirche ist eins der ältesten Gotteshäuser in der Region. Es wurde 1280 als Wehrkirche gebaut. 1682 erhielt sie das heutige Aussehen, allerdings noch ohne den Glockenturm. Künstler Kristof Grunert gestaltet derzeit die Altarwand. © Thorsten Eckert
Die Langebrücker Kirche ist eins der ältesten Gotteshäuser in der Region. Es wurde 1280 als Wehrkirche gebaut. 1682 erhielt sie das heutige Aussehen, allerdings noch ohne den Glockenturm. Künstler Kristof Grunert gestaltet derzeit die Altarwand.
Die Langebrücker Kirche ist eins der ältesten Gotteshäuser in der Region. Es wurde 1280 als Wehrkirche gebaut. 1682 erhielt sie das heutige Aussehen, allerdings noch ohne den Glockenturm. Künstler Kristof Grunert gestaltet derzeit die Altarwand. © Thorsten Eckert

Vor etwa einem Jahr hatte der Künstler Kristof Grunert aus Dresden mehrere Entwürfe der Kirchgemeinde vorgestellt. Der jetzt umgesetzte stieß auf große Begeisterung. „Er passt gut zur schlichten Ausstattung der Kirche, die ja in den 80er Jahren vom Künstler Gottfried Zawadzki entworfen wurde“, sagt die Pfarrerin. Die Idee mit den zwölf plus einer Figur kam Kristof Grunert bei einem seiner ersten Besuche in der Langebrücker Kirche. Auf der gegenüberliegenden Seite des Altars besteht das Geländer der Orgelempore aus zwölf kleinen Tafeln und einer großen Tafel. „Da lag es nahe, dieses Muster auch im Relief zu verwenden“ , sagt der Dresdner.

Mehrheit für moderne Gestaltung

Ursprünglich sollte der Kirchenraum nur renoviert werden. Im Laufe der Planungen entschied sich die Kirchgemeinde, die Wand gleich mit gestalten zu lassen. Das Projekt wurde damit deutlich teurer. 352 000 Euro kostet jetzt alles zusammen. Davon wurden unter anderem statt der vorhandenen Bänke jetzt Stühle angeschafft. Jetzt kann wie in den meisten Kirchen auch ein Mittelgang geschaffen werden. Eine neue Heizung wurde ebenfalls eingebaut. „Sie ist nicht wie meistens unter den Sitzen oder entlang der Wand angebracht, sondern an der Decke. Es handelt sich um eine Strahlungsheizung. Wir sind auf ihren ersten Einsatz gespannt.“ Außerdem wurden der Fußboden abgeschliffen, eine neue Beleuchtung installiert und die Wände gestrichen. Auch den Vorraum ließ die Kirchgemeinde umgestalten. Zwei Gedenksteine, die an Opfer des Ersten und des Zweiten Weltkrieges erinnern, wurden an die Außenwände versetzt. „Der Eingang ist so einladender geworden.“ Die Gemeinde beschäftigt sich schon seit Jahren intensiv mit der Renovierung. 2012 gab es eine Umfrage unter den Gemeindegliedern. Da wurden Stimmen laut, die sich eine Kirche nach historischem Vorbild wünschten, mit einer Empore und einem klassischen Altarbild. Mehrheitlich entschieden sie sich aber, die moderne Gestaltung beizubehalten. Das Geld für die Sanierung kommt zu zwei Dritteln von der Landeskirche, ein Drittel steuert die Kirchgemeinde bei. „Unser Förderverein hat eine große Summe zusammengetragen. Ein Teil stammt aus dem Verkauf der Kirchenbänke. Die konnten wir alle verkaufen“, sagt Christine Rau. Sie stehen jetzt auf Terrassen oder in Gärten von Gemeindegliedern.

Rund 26 000 Euro sind noch offen. Die Gemeinde hofft auf weitere Spenden. „Wir bieten noch Stuhlpatenschaften an.“ 130 Sitzplätze wird das Gotteshaus haben und rund 250 Stehplätze. In wenigen Wochen, am dritten Advent, soll die frisch renovierte Kirche eingeweiht werden. Derzeit finden die Gottesdienste entweder in der kleinen Feierhalle gleich nebenan statt oder in Kirchen der Nachbarorte.

Spenden für die Kirchgemeinde Langebrück an: Kirchenbezirk DD Nord, IBAN DE06 3506 0190 1667 2090 28, Verwendungszweck: KG Langebrück RT 1012, Innensanierung