merken
PLUS

Keuerleber sollte auf den Stadtrat verzichten

über Riesas gescheiterten SPD-Chef

Jens Ostrowski

August Bebel würde sich wohl im Grabe umdrehen, wüsste er von der bisherigen Führungsschwäche im SPD-Ortsverein Riesa. Dass Hannes Keuerleber kein Vorsitzender mehr ist, dürfte deshalb für die Mehrheit aller SPD-Mitglieder wohltuend aufgenommen worden sein. Und Keuerleber wäre gut beraten, jetzt auch auf sein Stadtratsmandat zu verzichten. Denn er hat die notwendige Integrität dafür verloren. Zuletzt hat er in offizieller Funktion der SZ-Redaktion in einer E-Mail eine rechtsextreme Gesinnung vorgeworfen. Grund: Die Berichterstattung über das neue Leben von Ex-NPD-Chef Holger Apfel habe einen größeren Raum eingenommen als die Nachricht über Gerti Töpfers letzte Stadtratssitzung. Beim SZ-Wahlforum vor zwei Wochen schlug er allen Ernstes vor, den Leerstand auf der Riesaer Hauptstraße durch ein Rotlichtviertel zu beheben. Wegen solcher Fehltritte sollten die Sozialdemokraten froh sein, Keuerleber als SPD-Chef los zu sein. Ob der neue Vorsitzende die richtige Wahl ist, muss er künftig unter Beweis stellen. Dass es für die Genossen schlimmer kommen kann als unter Keuerleber, ist aber nur schwer vorstellbar.

Anzeige
Zwei Patienten, ein Beatmungsgerät
Zwei Patienten, ein Beatmungsgerät

Und nun? Mit Covid-19 kam die Thematik der Triage, dem Sichten und Klassifizieren von Patienten, erneut auf. Ein Interview mit Medizinrechtsexperte Prof. Dr. Erik Hahn.