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Kfz-Diebstahl bis heute ungeklärt

Ein 45-Jähriger wurde gestern wegen Hehlerei verurteilt. Doch der Einbruch in eine Spedition im Jahr 2008 wirft Fragen auf.

Von Alexander Schneider

Ein Einbruch vom Sommer 2008 in eine Dresdner Spedition mit einem gewaltigen Schaden ist bis heute ungeklärt. Jetzt stand Frank K. (45) als Angeklagter vor dem Amtsgericht Dresden, der zumindest mittelbar damit zu tun haben soll – als Hehler.

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Von der Spedition Am Windkanal in Klotzsche wurden drei Lkw, zwei Auflieger mit Fracht und Computertechnik erbeutet. Auf einem Hänger befanden sich 26 neue BMW-Motorräder, auf dem anderen Eisenbahn-Teile von Bombardier – es entstanden mehr als 800 000 Euro Schaden. Von den Tätern fehlt bis heute jede Spur. Anfang 2009 wurden 19 Motorräder aus diesem Einbruch auf einem Grundstück in Polen sichergestellt. Die Ermittlungen führten die Polizei auf die Spur von Frank K. Die inzwischen wegen Hehlerei verurteilten Polen kannten ihn als „Franko“ oder „den Dicken“. Einer besaß K.s Handynummer. K. sei in einem auffälligen gelben Laster – auch das passte zum Speditionsdiebstahl – gekommen und habe die Kräder dort abgeladen, sagte er. Drei Männer sollen ihn in einem dunklen Auto begleitet haben.

Die Ermittlungen ergaben, dass K. den Chef der Dresdner Spedition kannte. Das war auffällig. K.s Exfrau, eine Polin, arbeitete in einer anderen Spedition, die ebenfalls einen Lkw bei dem Einbruch „verloren“ hatte. Nur ein Zufall? Daran glaubt die Polizei bis heute nicht. Es gab noch mehr Ungereimtheiten. Die Spedition kämpfte seit Jahren um ihre Existenz, es gab Insolvenzverfahren. Anfang 2010 brannten in der Spedition, die inzwischen ins Industriegelände umgezogen war, mehrere Laster ab – es war Brandstiftung. Wieder ein extremer Schaden. Jahrelang wurde nicht nur gegen Frank K. ermittelt, sondern auch gegen die beiden Inhaber der Spedition. Inzwischen wurden die Verfahren gegen die Spediteure jedoch eingestellt. Ihnen war nichts nachzuweisen, nicht einmal ein Nutzen aus Diebstahl oder Brandschaden.

Frank K. hat den Hehlerei-Vorwurf vor Gericht bestritten. Der 45-Jährige ist einschlägig vorbestraft. 2002 bekam er drei Jahre wegen Hehlerei von Autos nach Polen. Das Gericht verurteilte ihn zu einem Jahr und zehn Monaten auf Bewährung. Er sei von den polnischen Mittätern klar erkannt worden. „Möglicherweise waren Sie nur das kleinste Licht in der Gruppe“, sagte der Richter zu ihm.