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Kicker bekommen neuen Kunstrasen

Der Königsbrücker Sportverein mahnte oft und sammelte Geld. Lange tat sich trotzdem nichts. Doch nun kommt Bewegung in die Sache.

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© René Plaul

Nicole Preuß

Königsbrück. Der Kunstrasen der Königsbrücker existiert nicht nur auf dem Platz in der Nähe der Bundesstraße. Es gibt ihn auch im Internet. Sauber unterteilt in viele Quadrate. Firmen und Privatleute aus der Region und darüber hinaus haben einen Teil dieser Quadrate gekauft und damit für den neuen Kunstrasenplatz gespendet. Der Sportverein Königsbrück/Laußnitz hat sich diese Aktion schon vor anderthalb Jahren ausgedacht, sicherlich auch um Druck auf die Stadt Königsbrück aufzubauen. Denn die hatte die nötige Investition lange vor sich hergeschoben. Vor allem weil sich Ideen für Förderprogramme immer wieder zerschlugen. Nun hat es geklappt. Der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) überreichte den Förderbescheid jüngst persönlich in seinem Wahlkreis als Landtagsabgeordneter. Dank der Förderung kann Königsbrück nun sofort mit der Ausschreibung beginnen. Bereits Ende September soll der neue Platz fertig sein.

Der SV Königsbrück/Laußnitz ist begeistert. „Es ist ganz großartig, dass es jetzt endlich losgeht“, sagt Präsident Marko Ziller. Der alte Kunstrasen war in den letzten Jahren nur noch schwer zu bespielen. Die Gefahr von Sprunggelenkverletzungen war groß. Die Kinder des Sportvereins schürften sich bei Stürzen immer wieder die Haut auf. „Der Belag war wie Sandpapier“, sagt Marko Ziller.

Haltbarkeitsdatum überschritten

Das ist eigentlich auch kein Wunder. Schließlich hatte die Spielfläche schon längst ihr Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten. 1997 wurde der Platz als Ersatz für einen Hartplatz an gleicher Stelle gebaut. Zehn Jahre hält Kunstrasen normalerweise. Der Platz in Königsbrück hat seine Haltbarkeit also schon ums doppelte überschritten. Das sah man ihm auch an. Die Königsbrücker ließen ihn flicken. Kleine Kunstrasenquadrate, die sich farblich vom Rest abheben, zeugen noch davon.

Der Kunstrasenplatz soll jetzt komplett erneuert werden. Der Unterbau, eine elastische Schicht, bleibt voraussichtlich bestehen. „Wir werden sehen, inwieweit sie noch in Ordnung ist“, sagt Bürgermeister Heiko Driesnack (CDU). „Wir gehen aber davon aus, dass wir nur Teile davon machen müssen.“ Die beiden Tore auf dem Platz sollen noch durch Ballfangzäune ergänzt werden. Das soll die Arbeit der Fußballer erleichtern, die dem Ball sonst immer hinterherlaufen mussten. Zudem sollen Beleuchtungsmittel ausgetauscht werden, damit man nicht mehr so viel Strom für die Lichtanlage verbraucht.

Auch am Rand des Platzes viel zu tun

Der Sportverein wird das gesammelte Geld, rund 23 700 Euro, für das Drumherum ausgeben. Die Sitzbänke sollen erneuert und auch die Kabinentrakte ausgebessert werden. „Wenn wir das Geld für den Kunstrasen ausgeben, wird es von der Förderung abgezogen“, sagt Marko Ziller. Und am Rand des Platzes ist genug zu tun.

Mehr als 200 Mitglieder hat der Verein, die jüngsten sind erst fünf Jahre alt. Viele wollen inzwischen in Königsbrück Fußball spielen. Doch Marko Ziller hofft, dass der neue Platz eventuell noch ein weiteres Argument für den Eintritt in den Sportverein ist. In der Bauzeit werden die Fußballer auf dem Rasenplatz in Laußnitz spielen. Der Sport der benachbarten Schule weicht aus. „Wir wollen für alle vernünftige Bedingungen schaffen“, sagt Heiko Driesnack. 344 000 Euro soll das Projekt Kunstrasenplatz kosten. Doch der Bürgermeister glaubt, dass das Geld gut angelegt ist.