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Kiebitz und Rebhuhn schnattern Gäste ins Elementarium

Die neue Sonderausstellung im Museum der Westlausitz hatte besonders in den Ferien Zulauf. Auch dank zweier Handpuppen.

Von Ina Förster

Vanelli ist ein ganz Hübscher. Ein hübscher Kiebitz mit wunderbarer Kopftolle nämlich. Und er hat Einfluss in der Vogelwelt. Sogar das niederländische Königshaus lässt sich jährlich immer noch das allererste seiner Eier vom Volke bringen und belohnt den Finder royal dafür. Dabei hängt Vanelli den Winter über lieber in warmen Gefilden herum. In Italien beispielsweise. Das mag er ziemlich gern. Ab und zu aber besucht er seine Kollegen in Kamenz. Das Rebhuhn Puttel unter anderem. In letzter Zeit häufen sich die Besuche, denn auch die Museumsgäste wollen Vanelli kennenlernen. Zu zweit schwatzen und fachsimpeln sich die beiden Vögel durch die neue Sonderausstellung des Elementariums in Kamenz. Und begeisterten damit schon Hunderte Zuschauer. Puttel, das pfiffige Rebhuhn, zeigt dem exotischen Kiebitz, wie die Menschen mit ihren Landmaschinen den Lebensraum der Vögel verändern. Viel lehrreicher Stoff kommt dabei herüber – egal, ob die mitlaufenden Kinder nebenbei puzzlen, in die riesigen Ausstellungsvitrinen schauen oder über die lebensgroßen Tierpräparate staunen.

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Lukas Kurz ist vor allem von der modernen Technik und den handwerklichen Herausforderungen in seinem Beruf fasziniert.

Seit 6. September hat „Offenland – Sachsens Vogelwelt und Landwirtschaft“ geöffnet und die museumspädagogischen Angebote sind der Renner. Vor allem in den Ferien. Fast täglich stromerten in den letzten beiden Wochen kleine Wissbegierden durchs Haus an der Pulsnitzer Straße. „Amsel, Drossel, Fink und Star … nicht alle Vögel sind mehr da!“, titelte das spezielle Angebot. Die putzigen Handpuppen von Puttel und Vanelli führen Museumspädagogin Ullrike Söhnel und Umweltpraktikantin Isabell Klaus mit Liebe zum Theaterspielen. Die kleinen Besucher vergessen die beiden Frauen während des Rundganges völlig und schauen nur auf die gefilzten Handpuppen. So soll es sein. Für die etwas größeren Museumsbesucher im Oberschul- oder Gymnasienalter hieß es in den Herbstferien „Du hast doch eine Meise! Vogelquiz für Naturforscher.“ Dabei ging es sogar zur Vogelbeobachtung mit Ferngläsern und Kamera auf den Kamenzer Hutberg. „Unsere pädagogischen Angebot werden gut gebucht“, so Ines Müller-Spindler. „Sie sind abwechslungsreich und unsere Mitarbeiter knien sich da richtig hinein. Damit punkten wir!“ Und Puttel und Vanelli avancieren so zu richtigen Stars in der Sonderausstellung. Sie werden wohl noch öfters ihre lehreichen Vorstellungen geben müssen. Dabei ist das Rebhuhn eigentlich nicht mehr gern in der Region. Zu viele seiner Nester wurden von Landwirten mit schwerem Gerät ausgerottet. Die Exposition weist mit überhaupt nicht erhobenen Zeigefinger, aber dennoch sehr direkt auf dieses Problem unserer Zeit hin. „Die Gäste, die den Weg in diese besondere Ausstellung finden, loben sie auch in höchsten Tönen“, so Ines Müller-Spindler.

Übrigens: Auch zu Weihnachten lockt das Elementarium mit einem Feierangebot. „Piepshow – Weihnachten unter bunten Vögeln“, titelt dieses. Wieso schmücken sich Vögel? Sind Eulen wirklich weise? Was macht Meister Adebar zum eleganten Flieger? Mit Humor, Spaß und einem Schuss Vogelbeerpunsch erkundet man dabei ebenfalls die aktuelle Sonderausstellung. Und am Ende der Weihnachtsfeier hebt das Kollegium dann bestimmt ab – wie bunte Vögel.

Ab Dienstag, dem 26. November laufen Weihnachtsfeiern im Museum. Anmeldung: 03578 78830 an. Gruppen bis zu 20 Personen sind hier richtig.