merken
PLUS

Kiefern pflanzen im Kollektiv

Quitzdorf am See muss aufforsten. Nun will sich die Gemeinde einen Partner suchen, um somit Geld zu sparen.

Von Alexander Kempf

Bäume pflanzen ist teuer. Nicht der Samen kostet Geld, sondern die Pflege der Pflanzen. „Die ist nicht zu unterschätzen“, erklärt Quitzdorfs Bürgermeister Günter Holtschke. Insbesondere bei Laubbäumen seien Zäune wichtig, um die jungen Bäume vor Tieren zu schützen. Angesichts der Kassenlage würde die Gemeinde wohl gerne auf Aufforstung verzichten. Doch seit sie 2011 eine Fläche am ehemaligen Kinderkurheim in Kollm gerodet hat, nimmt sie das Forstamt in die Pflicht und verlangt Ersatz.

Anzeige
Wundermittel Bewegung
Wundermittel Bewegung

Zu langes Sitzen erhöht das Risiko für Bluthochdruck. Bewegen und dabei sparen. Um mehr zu erfahren klicken Sie hier:

Günter Holtschke hat jüngst geschätzt, dass die Gemeinde noch 1500 bis 2000 Quadratmeter aufforsten muss. Der Vorsitzende des Verwaltungsverbandes Diehsa kalkuliert konservativer und spricht in der jüngsten Gemeinderatssitzung gar von 3000 Quadratmetern. Da trifft es sich gut, dass auch Wolf von Teichmann Bäume pflanzen will. Nahe Steinölsa möchte er Grünland in Wald umwandeln. Nun will die Gemeinde prüfen, ob sie sich dem Vorhaben des Landbesitzers nicht anschließen kann. Das spart womöglich Kosten.

Der geplanten Aufforstung des Großgrundbesitzers haben die Gemeinderäte schon mal zugestimmt. Sie sollten dazu eine Stellungnahme abgeben. Einsprüche hat es nicht gegeben. Ganz im Gegenteil. „Wir schimpfen immer, wenn abgeholzt wird. Ich denke, wir sollten das machen“, wirbt Gemeinderätin Silke Wünsche für die Aufforstung. Zumal nahe dem Dorf verschiedene Bäume gepflanzt werden. Da es sich um die Nordseite handle, sei auch kein Schattenwurf zu befürchten, ergänzt Günter Holtschke.

Verwundert sind die Gemeinderäte nur, warum der größere Teil der Bäume nicht neben ein bestehendes Waldgebiet, sondern mitten in die Flur gepflanzt wird. Quitzdorfs Bürgermeister schätzt, dass die Aufforstungen in den kommenden Jahren weitergehen könnten, sobald bestehende Pachtverträge auslaufen. „Das wird dann am Ende schon ein Bild ergeben“, ist er zuversichtlich.

Ob und wann der ehemalige Sportplatz in Kollm aufgeforstet wird, steht somit in den Sternen. Vor Jahren ist die Fläche schon einmal gefräst und geglättet worden. Da der Bürgermeister aber nach der kostengünstigsten Lösung sucht, wird die Gemeinde nun wohl erstmal das Gespräch mit Wolf von Teichmann suchen. Die Teichmann’sche Stiftung hat nach der Wende umfangreichen Grundbesitz in der Oberlausitz erworben. Vor fünf Jahren wird der Waldbesitz der Familie auf rund 1100 Hektar geschätzt.