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Kiew lässt besetzte Gebäude räumen

Die ukrainische Regierung droht, gewaltsam gegen Terroristen vorzugehen. Russland warnt.

Charkow/Moskau. Angesichts immer neuer Gewaltexzesse im russischsprachigen Osten der Ukraine schlägt die proeuropäische Führung in Kiew eine härtere Gangart an. Truppen des Innenministeriums räumten in der Millionenstadt Charkow gestern ein von prorussischen Aktivisten besetztes Verwaltungsgebäude. Dabei nahmen sie 70 Menschen fest. Die Sicherheitskräfte hätten die Kontrolle übernommen, sagte Verwaltungschef Igor Baluta.

Wenn die gespannte Lage nicht friedlich gelöst werden könne, würden Einheiten nun gewaltsam gegen „Terroristen“ vorgehen, kündigte der Chef der Präsidialverwaltung, Sergej Paschinski, an. Er forderte die prorussischen Aktivisten auf, die seit Sonntag in Donezk und Lugansk besetzten Gebäude zu räumen.

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Russland wies eine Verantwortung für die Lage in der Ukraine zurück. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) rief Moskau auf, mäßigend auf die moskautreuen Kräfte in der Ostukraine einzuwirken. Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen warnte Russland vor einem Einmarsch in das Nachbarland.

Unterdessen hat sich die Ukraine unter Bedingungen zu internationalen Gesprächen mit Russland bereit erklärt. Zu Verhandlungen könnten nur offizielle Vertreter der Ukraine, Russlands, der EU und der USA zugelassen werden, sagte ein Außenamtssprecher gestern in Kiew. Zur Beilegung des Konflikts solle Moskau seine „aggressiven und subversiven Handlungen einstellen und auf Eroberungspläne verzichten“. Bedingung sei zudem der Abzug russischer Streitkräfte von der ukrainischen Grenze und von der Krim. Russland hatte die zur Ukraine gehörende Schwarzmeerhalbinsel Mitte März gegen internationalen Protest in seinen Staatsverband aufgenommen. (dpa)