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Kinder gehen zu spät zum Zahnarzt

Die Barmer hat aktuelle Zahlen für den Landkreis Görlitz vorgelegt. Und appelliert an die Eltern.

Zu spät gehen die Kinder im Landkreis Görlitz zum Zahnarzt. Das ist schlecht im Kampf gegen Karies.
Zu spät gehen die Kinder im Landkreis Görlitz zum Zahnarzt. Das ist schlecht im Kampf gegen Karies. © dpa-Zentralbild

Kinder bis sechs Jahre werden im Landkreis Görlitz zu selten einem Zahnarzt vorgestellt. Das geht aus Zahlen des aktuellen Zahnreportes der Barmer hervor.

Demnach waren nur 39,5 Prozent der Zweieinhalb- bis Sechsjährigen zur Früherkennungsuntersuchung beim Zahnarzt. Im Landkreis Bautzen sind es 48 Prozent. Sachsenweit liegt die Quote bei 40 Prozent, bundesweit nur bei 35 Prozent. 

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Im weiteren Verlauf der Kindheit ändert sich dieses Bild. So waren mehr als 71 Prozent  aller 6- bis 18-Jährigen im Kreis bei einem Zahnarzt, aber auch hier ist der Kreis Bautzen vorneweg: 77 Prozent aller Kinder dieser Altersgruppe saßen  bereits auf dem Behandlungsstuhl beim Zahnarzt. Die Folge: Zahnärzte haben bei Bautzener Kindern öfter wegen Löcher gebohrt und gefüllt oder gar Zähne gezogen. 40 Prozent aller Zwölfjährigen im Kreis Bautzen haben solche Erfahrungen bereits gesammelt, im Landkreis Görlitz liegt der Anteil bei 34 Prozent. 

Ärzte und Krankenkassen werben für einen möglichst frühzeitigen Besuch beim Zahnarzt. "Es ist ein Irrglaube", sagt Dr. Fabian Magerl, Landesgeschäftsführer der Barmer in Sachsen, "dass Karies im Kindesalter nicht dramatisch wäre, weil die Milchzähne ausfallen". Milchzahnkaries oder auch ungünstige Zahnstände können lebenslange Folgen haben, da sie sich auch auf nachwachsende Zähne auswirken.

Bestes Mittel gegen schmerzende, kariöse Zähne sei die Prävention. Dazu gehöre neben täglicher Zahnhygiene wie Zähneputzen auch regelmäßige Zahnarztbesuche. Die Verantwortung dafür tragen vor allem die Eltern, erklärt die niedergelassene Kiefernorthopädin Iris Hussock, zugleich Vorstandsmitglied der Landesarbeitsgemeinschaft für Jugendzahnpflege des Freistaates Sachsen. "Es müssen alle Erwachsenen an einem Strang ziehen, damit Kinder nachhaltige Kompetenzen erlangen können. Was nützt es, wenn in der Kita über tägliche Mundhygiene und gesunde Ernährung aufgeklärt wird, es aber zu Hause nicht fortgeführt wird?"

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