SZ +
Merken

Kinder haben keine Scheu vor exotischen Tieren

Ausstellung. Im Sachsenhof in Riesa waren am Wochenende Reptilien zu sehen.

Teilen
Folgen

Von Julia Polony

Ich würde hier nicht ein einziges Tier anfassen“, sagt Cornelia Becker, verzieht ihr Gesicht und vergräbt vorsichtshalber noch ihre Hände in ihren Jackentaschen. „Aber interessant anzuschauen sind die Reptilien schon“, gibt sie nach kurzer Bedenkzeit zu.

So wie Cornelia Becker zog es am vergangenen Wochenende einige Besucher in den Sachsenhof nach Riesa. In 24 Terrarien konnten sie sich zahlreiche exotische Reptilien wie Schlangen, Warane oder Frösche anschauen. Das ein oder andere Tierchen durfte sogar mal angefasst werden. „Willst du den mal streicheln?“ Tierpfleger Matthias Thermer schaut die zweijährige Celine Dörschel, die auf dem Arm ihrer Mutti ist, fragend an. Ohne eine Antwort abzuwarten, schließt er das Terrarium eines Blauzungenskinks auf. Er setzt das Reptil vorsichtig auf seinen Arm. „Der kommt aus Madagaskar und hat eine ganz blaue Zunge. Ob der gerade einen blauen Lolli gelutscht hat?“ Celine schenkt dem Tierpfleger nur einen kurzen, skeptischen Blick.

Das Tier auf seinem Arm findet sie viel aufregender und hat auch überhaupt keinen Scheu, es anzufassen. „Das kennt sie schon von zu Hause“, sagt Mutti Susann Dörschel. „Wir hatten mal ein Camäleon.“

Die Kinder hätten im Allgemeinen die wenigsten Berührungsängste, sagt Matthias Thermer. Bei den Erwachsenen sei es sehr unterschiedlich. „Einige kann man fast nicht zurück halten. Sie kriechen fast in das Terrarium hinein.“, scherzt er. Andere wiederum würden schon beim Aufschließen der Behausung wegrennen.

Kein Wunder, wenn man zum Beispiel mal einen Blick auf den Speiseplan der in den asiatischen Tropen vorkommenden Albino-Tigerpython wirft: Ratten, Hühner, Hasen. „Die wird bis zu sechs Meter lang. Dieses Exemplar ist aber noch jung und erst 2,69 Meter,“ erklärt der elfjährige Benito Spindler. Seinem Vater Silvio gehören all die Tiere. Aber Sohnemann kennt sich fast genauso gut aus und beantwortet gern die Fragen der neugierigen Besucher. „Wer mal anfassen möchte, kann herkommen!“ Silvio Spindler hat die weiß-gelbe Python aus ihrem Terrarium geholt. „Um Gottes Willen“, ruft eine Frau und tritt einige Meter zurück. „Keine Angst. Die tut nix außer beißen“, scherzt der Chef und legt sie einer Besucherin um den Hals.

Mutig erträgt sie es, wenn auch ihr Gesichtsausdruck gehörigen Respekt verrät. Doch keiner braucht sich ernsthaft Sorgen zu machen. „Viele der Reptilien sind Pflanzenfresser, und giftige Tiere haben wir sowieso nicht dabei“, versichert Matthias Thermer. Die Pythons hätten gegessen, bevor die Ausstellung in Riesa Halt gemacht hat. „Wenn sie sehr hungrig sind, fressen sie drei Hasen“, erklärt Benito Spindler. Das reiche für rund drei Wochen.