merken
PLUS Hoyerswerda

Kinder- und Jugendsport

Auf dem Dreiweiberner See entsteht eine moderne Regatta-Strecke, die auch internationale Ansprüche erfüllt.

Marcel Fechner (links), der Leiter der Kanu-Kids Lohsa, und Uwe Schneider, der Vorsitzende des Wassersportvereins „Am Blauen Wunder“ Dresden, verweilen unweit der künftigen Regatta-Strecke auf dem Dreiweiberner See.
Marcel Fechner (links), der Leiter der Kanu-Kids Lohsa, und Uwe Schneider, der Vorsitzende des Wassersportvereins „Am Blauen Wunder“ Dresden, verweilen unweit der künftigen Regatta-Strecke auf dem Dreiweiberner See. © Foto: Andreas Kirschke

Lohsa. Auf dem Dreiweiberner See nahe des Westufers entsteht sie – über 750 Meter wird sich die künftige Regatta-Strecke des Wassersportvereins „Am Blauen Wunder“ Dresden erstrecken, ausgestattet mit zehn Bahnen, mit einer modernen Zeitmess-Anlage und mit einem sogenannten „Startschuh“. Dieser schafft gleiche und faire Bedingungen für die Teilnehmer, denn er öffnet sich zeitgleich für alle beim Start. Für Wettkämpfe über 200 Meter und 500 Meter entsteht die Strecke. „Die Anlage hat hohen internationalen Standard. Sachsenweit ist sie einzigartig“, freut sich Marcel Fechner, Leiter der Kanu-Kids Lohsa im Wassersportverein „Am Blauen Wunder“ Dresden, auf die neue Regatta-Strecke. Seit fünf Wochen errichtet die Otto Mette Wasserbau GmbH & Co. KG Berlin im Auftrag des Vereins die Anlage. Bis zu 40 Meter lange Stahlrohre werden eingeschwemmt und im See-Grund eingerüttelt. Die Anlage entsteht als Ersatz für die frühere Regatta-Strecke des Vereins auf dem Knappensee. Bis Ende Juli soll sie fertig sein.

Viel Geld von Freistaat und Bund

Anzeige
Charlie Cunningham eintrittsfrei erleben!
Charlie Cunningham eintrittsfrei erleben!

Der Palais Sommer 2021 findet statt – mit deiner Unterstützung!

640.000 Euro betragen die Gesamtkosten. 15 Prozent steuert der Verein bei. 85 Prozent tragen Freistaat und Bund. „Es handelt sich um eine Paragraph-4-Maßnahme zur Erhöhung des Folgenutzungsstandards in der Bergbau-Sanierung“, sagt Lohsas Bürgermeister Thomas Leberecht (CDU). „Projektträger ist die LMBV. Folgenutzungsträger ist der Wassersportverein «Am Blauen Wunder» Dresden.“ Das Antrags- und Genehmigungsverfahren läuft bereits seit 2017. In diesem Jahr wurde schließlich die Genehmigung zur Errichtung der Anlage erteilt. Thomas Leberecht hofft auf viele Effekte – für den Nachwuchssport, für den Tourismus, für den Einzelhandel, für die Gastronomie und für die Übernachtungsanbieter. Der Dreiweiberner See, so bekräftigt er, ist zurzeit der einzige fast vollständig nutzbare See in der Gemeinde.

Ideen für zukünftige Wettkämpfe

„Die Investition Regatta-Strecke hat eine langfristige Basis. Damit stärken wir den Kinder- und Jugendsport. Unser Anspruch ist, auch Wettkämpfe auszurichten“, unterstreicht Uwe Schneider, der Vorsitzende des Vereins. 2021 soll die Sachsenmeisterschaft der Kanuten auf dem Dreiweiberner See stattfinden. Der Verein strebt zudem internationale Wettkämpfe an. So könnte eines Tages eine „Ultra-Langstrecken-Regatta“ über 24 Stunden und 100 bis 120 Kilometer stattfinden.

In den 1950er- und 1960er-Jahren richtete der Verein auf dem Knappensee die DDR-Meisterschaften der Kanuten aus. Er organisierte jährlich die Knappensee-Regatta mit polnischen und mit tschechischen Teilnehmern. „Diese Regatta wollen wir wiederbeleben – künftig auf dem Dreiweiberner See“, sagt Marcel Fechner und ergänzt: Die Regattastrecke entsteht für die langfristige Nachwuchsarbeit, zur Belebung der Gemeinde Lohsa und der Region. Sie entsteht zudem, um Spitzensportlern beste Trainingsbedingungen zu bieten.

Vor zwei Jahren absolvierten die Biathleten des Bundesleistungs-Stützpunktes Altenberg am Dreiweiberner See ein Trainingslager. Sie konnten das Bootshaus des Vereins mit Kraftraum und Trainings-Räumen sowie den Rundweg um den See für ihr Roll-Ski-Training nutzen. Auch Tom Liebscher vom Kanuclub Dresden (2016 Olympia-Sieger im Kajak Vierer über 1.000 Meter) sowie Jakob Kurschat vom Wassersportverein „Am Blauen Wunder“ Dresden (2017 Junioren-Weltmeister über 1.000 Meter im Kajak Zweier) trainierten bereits auf dem Dreiweiberner See.

Nachwuchs trainiert wieder

„Künftig wird das für sie noch attraktiver. Die moderne Regattastrecke bietet dann beste Bedingungen“, weiß Marcel Fechner. Seit Mitte Mai trainiert er wieder mit den Kanu-Kids Lohsa auf dem See. Dienstags und donnerstags treffen sie sich. 25 Kanuten im Alter von sieben bis 16 Jahren gehören zur Trainingsgruppe. Marcel Fechner (39) selbst begann spät mit Kanusport. Mit 15 Jahren kam er dank seiner Schwester Nicole zum Kanusportverein „Knappensee“.

In guter Knappensee-Tradition

Urgestein Horst Kretschmar suchte seinerzeit Mitstreiter für die Trainingsorganisation. Marcel Fechner wurde bald Übungsleiter-Helfer. 1998 erwarb er den Trainerschein C-Lizenz. Als Aktiver fuhr er jahrelang in der Kategorie Kanadier. „Kanu ist ein sehr vielseitiger Sport. Du kannst Einzelkämpfer sein. Und du kannst als Mannschaft starten“, erläutert er. Die Freude an der Natur und am Wassersport spornt ihn als Übungsleiter immer wieder an. Michael Schickel-Becker aus Senftenberg steht ihm heute als Betreuer zur Seite. Früher – als Aktiver – nahm Marcel Fechner von 2000 bis 2005 sogar an Deutschen Meisterschaften teil. „Unser Kanusportverein «Knappensee» hatte richtig gute Sportler – unter anderem Hardy Hofmann, Tim Luber und Martin Miersch. Sie waren oft erfolgreich.“ Von jenen intensiven Jahren will Marcel Fechner heute der Jugend etwas zurückgeben. Seine Töchter Betty (10) und Lotti (7) trainieren bei den Kanu-Kids Lohsa mit.

Auf dem Gelände am Bootshaus regten sich derweil dieser Tage fleißige Hände. Handwerker, die sich mit dem Verein stark verbunden fühlen, bauten ehrenamtlich eine Bootsgarage mit Übernachtungsbetten. Damit steigt die Attraktivität des Geländes für Vereine, Gruppen und Schul-klassen zum künftigen Kennenlernen des Kanurennsportes. Die Regatta-Strecke sorgt jetzt für eine weitere Aufwertung.

Kanuten und Angler in einem Boot

Eines ist Marcel Fechner besonders wichtig: „Unsere Regatta-Strecke richtet sich nicht gegen die Angler. Wir als Verein und Inhaber der Strecke verbieten keinem das Angeln. Im Gegenzug bitten wir um Rücksicht an den Wettkampf- und Trainingstagen“, unterstreicht der Nachwuchs-Leiter. „Es ist ein gemeinsamer See. Die Nutzung erfordert Miteinander, Rücksicht, Respekt und Fairness.“ Um offene Fragen zu klären, soll es eine Zusammenkunft der Kanuten, der Angler und der Gemeinde Lohsa geben.

Hinweis: Die Kanu-Kids Lohsa trainieren dienstags und donnerstags von 16 bis 18 Uhr. Treff ist am Bootshaus am Dreiweiberner See. Weitere Mitstreiter sind willkommen. Übungsleiter ist Marcel Fechner (Telefon: 0173 9016499)

Mehr zum Thema Hoyerswerda