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Kinder und Künstler schaffen in Olbersdorf märchenhafte Bilder und Skulpturen

Seit neun Jahren lädt die Wohnungsverwaltung zu Kinder- und Kulturtagen. Die Werke verschönern Anlagen und Wohngebiete.

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Von Angelika Hoyer

Große Brocken liegen seit einigen Tagen auf der Wiese zwischen dem Blumenpavillon hinter dem Kreisverkehr und dem Olbersdorfer Sportplatz. Nun arbeiten Keramiker, Bildhauer und Töpfer dort. Märchen sind das Thema der diesjährigen Kinder- und Kulturtage. Und so verwandelt sich ein grauer Findling in diesen Tagen in eine keramisch gestaltete Quelle. Der Wittgendorfer Töpfer Schöne baut als Feuerskulptur vor Ort die Pforte, durch die Goldmarie und Pechmarie schreiten. Und der Dresdner Bildhauer Werner Rauschert meißelt Fuchs und Storch aus einem Steinblock.

Gleichzeitig dürfen Olbersdorfer und Zittauer Kinder am Heizhaus der Kommunalen Wohnungsverwaltung zum Pinsel greifen und Märchenbilder malen. „Vorgaben machen wir dabei nicht“, sagt Wolfgang Horn. Auch von Wettbewerben sei man wieder abgekommen, da jeder Künstler seine eigene „Handschrift“ einbringe. Der scheidende Geschäftsführer der Wohnungsverwaltung (KWV) hatte gemeinsam mit der Gemeinde diese Kinder- und Kulturtage einst ins Leben gerufen, um die bis dahin schmucklosen Giebelwände der Wohnblöcke im Neubaugebiet zu verschönern.

Nach den Malern lud die KWV später auch Bildhauer ein. Alle Künstler stammen aus der Region und dem grenznahen Raum der Nachbarländer. Die Wohnungsverwaltung stellt ihnen ihr Material und sorgt für Kost und Logis. Bis zum 29. Mai können Olbersdorfer und Ausflügler aus anderen Orten den sechs Künstlern und den Kindern am Heizhaus bei der Arbeit über die Schulter schauen. Was bisher bei diesen Symposien geschaffen worden ist, blieb in der Gemeinde. Die KWV kaufte die Werke auf.

So findet man unterhalb des Altenpflegeheimes den Froschkönig am Bach. Auf der Grünfläche neben dem Kreisverkehr entstand um den Ziegenbrunnen inzwischen ein richtiger kleiner Skulpturenpark, in dem Anwohner gern sitzen. „Zu einer solchen Verweilstrecke soll in den nächsten Jahren auch die Strecke zum Sportplatz werden“, sagt Wolfgang Horn. Er will als Ruheständler dieses Projekt weiterbetreuen. Schon jetzt dürfte Olbersdorf die Gemeinde mit den meisten Kunstwerken im Ortsbild sein.