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PLUS Hoyerswerda

Eine tolle Kombination

Kooperation zwischen einer Kindertageseinrichtung und einem Altenpflegeheim

Gemeinsam lernen die Senioren und Kinder verschiedene Tiere ganz nah kennen. Tim beobachtet die Stabschrecke auf Sophies Kleid. Das Tier lebt im Zoo.
Gemeinsam lernen die Senioren und Kinder verschiedene Tiere ganz nah kennen. Tim beobachtet die Stabschrecke auf Sophies Kleid. Das Tier lebt im Zoo. © Foto: Katrin Demczenko

Von Katrin Demczenko

Hoyerswerda. Wie Jung und Alt voneinander profitieren können, war jüngst bei einem gemeinsamen Zoobesuch einiger Senioren aus dem Pflegepark Fischer und Salowsky und der Schulanfänger aus der privaten Kinderbetreuung „Rappelkiste“ zu erleben. Die Sechsjährigen feierten an dem Tag ihren Abschied von der Kindergartenzeit und warteten schon auf die kleinen Zuckertüten, die sie bekommen würden.

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Doch vorher entdeckten die Kinder gemeinsam mit den älteren Menschen den Zoo in Hoyerswerda. Die Zoopädagogin Silke Kühn empfing die Gruppe und ließ sie unter anderem Mandschurenkraniche mit kleinen Würmern füttern und eine lebende Kornnatter anfassen. „Die Würgeschlange bekommt alle 14 Tage Mäuse zu fressen“, erklärt Silke Kühn, während der Vorschüler Tim schon weiß, was geschieht, wenn Schlangen wachsen. „Sie streifen ihre Haut ab“, weiß er ganz richtig. Dann trauten sich der Junge und der Senior Hans Kahnt, die Schlange vorsichtig zu streicheln. Die Schulanfängerin Sophie ließ sich vollkommen ruhig eine Stabschrecke auf ihr Kleid setzen. Jung und Alt sahen ihr dabei interessiert zu.

Der Kontakt zwischen der „Rappelkiste“ und dem Pflegepark besteht mittlerweile schon seit 2010, um aktiv ein lebendiges Miteinander zwischen Jung und Alt zu fördern, so Barbara Drzisga, die Leiterin der Kinderbetreuung. Bis Anfang 2019 trafen sich die Kinder und die Senioren monatlich wechselseitig in ihren Einrichtungen. Das Kartoffelfest, die Vogelhochzeit, das Bemalen von Ostereiern und die Abschlussfeier für die Schulanfänger bauten Brücken zwischen ihren Lebenswelten und ließen manches Kind offener auf die Senioren zugehen. Christian Völker-Kieschnick, Mitarbeiter des Pflegeparks, findet: „Kinder und Senioren sind eine tolle Kombination, denn die Kleinen locken manchmal etwas aus den Alten heraus, was die Pfleger nicht mehr schaffen.“

Seit März 2019 hat das Projekt eine neue Intensität erreicht, denn die KulturFabrik Hoyerswerda ist in diese Aktivität eingestiegen. Sie erweitert den Kooperationsvertrag zwischen der Einrichtung „Rappelkiste“ und dem Pflegepark um das Mehrgenerationenprojekt „Stadtgespräch“. Der KuFa-Vertreter Karsten Held erklärt dazu, dass sich jetzt eine feste Gruppe aus vier- bis sechsjährigen Kindern und Senioren zweimal monatlich im Bürgerzentrum Braugasse 1 trifft. Sie machen dort Brettspiele, basteln, feiern Fasching oder backen Weihnachtsplätzchen. Dabei sollen möglichst enge Tandembeziehungen zwischen einem Kind und einem Senior entstehen, um gemeinsame Themen und Gespräche anzuregen, sagt Barbara Drzisga. Zum einen hilft das den Kindern in ihrer Entwicklung, und zweitens halten die Senioren ihr Wissen lebendig und ihr Gedächtnis fit.

Mit diesem ereignisreichen Zoobesuch erlebte das Projekt nach dem Lockdown seinen Neustart, schätzt Karsten Held ein. Im nächsten Schritt ist auch ein Besuch im Schloss geplant. Damit die Kontakte zwischen Alt und Jung sich weiterentwickeln können, stehen erst einmal bis Ende des Jahres 2020 finanzielle Mittel aus dem Programm „Werkstatt Vielfalt“ der Robert Bosch Stiftung bereit. Eine Verlängerung der Zahlungen ist bereits beantragt.

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