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Kinder wollen das Gras wachsen sehen

Seit vergangener Woche ist das Außengelände der neuen Kita fertig. Die Mädchen und Jungen können es noch nicht nutzen.

Von Sylvia Mende

Die Außenanlage der Kindereinrichtung „Pfiffikus“ ist ein Paradies für die Mädchen und Jungen. Nur müssen diese noch einige Wochen etwas warten, bis sie die tollen Spielmöglichkeiten nutzen können. Das ist erst möglich, wenn das Gras zwischen den Wegen und den Spielgeräten angewachsen ist. „Es ist wirklich schwierig für die Kinder, wenn sie die interessanten Spielmöglichkeiten sehen und die rot-weißen Absperrbänder signalisieren, dass sie die Fläche noch nicht betreten dürfen. Sie sind kaum noch zu halten“, sagte Bürgermeister Ulrich Fleischer. Doch die Geduld werde mit einer Vielfalt von Angeboten, die der Fantasie und dem Bewegungsdrang der Kinder einen großen Spielraum lassen, belohnt. Auch Architekt Oliver Zache hätte es lieber, wenn der Hausmeister der Kita bereits den ersten Rasenschnitt gemacht hätte. „Es war einfach zu trocken. Deshalb braucht der Rasen so lange zum Anwachsen.“

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Den Mädchen und Jungen im Krippen- und Kindergartenalter steht künftig ein 4 000 Quadratmeter großes Areal zur Verfügung. Eine Buchenhecke trennt den Krippen- vom Kindergartenbereich. Für beide steht jeweils eine Toilette zur Verfügung, die von außen erreicht werden kann. So müssen Kinder und Erzieher nicht erst durch den Gang der Kita laufen. Das erspart zum einen Zeit und zum anderen wird so weniger Schmutz in die Einrichtung getragen. Größere Kinder können selbstständig zur Toilette gehen und trotzdem beaufsichtigt werden.

Bewegung der Kinder fördern

Wichtig war der Leitung der gemeindeeigenen Einrichtung, dass das Außengelände die Bewegung der Kinder fördern soll. Das Architekturbüro Zache hat in Absprache mit der Verwaltung der Gemeinde und Kita-Leiterin Martina Kunze ein Konzept entwickelt, das dieser Anforderung entspricht. Durch Hügel, Wege und Kletterstrecken werden die Mädchen und Jungen dazu angehalten werden, sich auszuprobieren. „Die Kinder bewegen sich immer weniger“, sagte Martina Kunze. Die Mädchen und Jungen fahren oft mit dem Auto mit, werden im Wagen gefahren oder getragen. Dadurch fehle es an Ausdauer und den Reflexen, Hindernisse zu überwinden. Mit den Angeboten auf dem neuen Außengelände soll diesen Defiziten entgegengewirkt werden.

Die Wege sind nicht alle eben oder geradlinig, es gibt eine schiefe Ebene und einen Hügel, den die Kinder erklimmen oder im Winter als Rodelhang nutzen können. Der Spielhügel bildet den Mittelpunkt im Spielbereich des Kindergartens. Er ist schon grün, weil er mit Rollrasen ausgelegt wurde. Doch dieser kann aus finanziellen Gründen nicht im gesamten Gelände eingesetzt werden. Durch den Hügel führt ein Tunnel. In diesem können sich die Kinder verstecken oder unter Beweis stellen, dass sie auch enge Hindernisse in einer anderen Gangart überwinden können. Mit Hilfe einer Treppe wird der Gipfel des Spielhügels erreicht. Von hier aus kann die Rutsche genutzt werden. Wer den Gipfel etwas abenteuerlich erklimmen will, kann dafür die Kletterwand nutzen.

Die Spielgeräte wurden entsprechend des Alters ausgewählt. So können sich die Krippenkinder auf eine Nestschaukel, eine Rutsche und gleich zwei Sandkästen, die abgedeckt werden können, freuen. Zwischen den Spielgeräten ist viel Grün. Es gibt auch ein Spielhaus und Möglichkeiten zum Sitzen. Für die älteren Kinder stehen unter anderem Doppelschaukel, Sitzkarussell und Wippe zur Verfügung. Es gibt Hochbeete, eine Taststrecke, um die Sinne zu schulen, und einen Sandkasten. Was wahrscheinlich für alle Kinder ein Vergnügen sein wird, ist die Matschmulde.

„Das Rutschen, Schaukeln und Klettern sind Grundbedürfnisse für Kinder, um ihren Körper wahrzunehmen“, so Martina Kunze. „Wir werden das Profil der Kita auf die Bewegung ausrichten. Dabei kommen aber die anderen Angebote nicht zu kurz“, so Martina Kunze. Die Einrichtung ist ein integrativer Kindergarten. „Das waren wir schon immer. Aber dieses Angebot hat bis zur Einweihung des neuen Gebäudes geruht. Ein integratives Kind wird von uns schon betreut“, so Kunze. Die Voraussetzungen dafür seien optimal.