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Kinderfest im Pfarrgarten

Am Sonntag gibt es in Baruth viele Angebote für die ganze Familie – zum Spielen, Schwatzen und Innehalten.

Von Kerstin Fiedler

Nein, im Sandkasten spielen Annabel Adomßent, Franziska Zieschang und Annemarie Bretschneider sonst nicht miteinander. Aber ihre Kinder kennen sich mit diesem Element aus. Nun gut, bei Annabel Adomßent sind es noch nicht die eigenen, sondern die aus der Kita Klitten, in der sie als Erzieherin arbeitet. Aber Familie Zieschang hat drei und Familie Bretschneider sogar vier Kinder, die den Sandkasten gern nutzen. Ob sie dort am Sonntag Platz haben werden, wird sich zeigen. Denn diese drei Frauen bereiten ein Kinder- und Familienfest vor. „Im Elternrat der Kita Baruth fiel uns auf, dass der Kindertag in diesem Jahr ja auf einen Sonntag fiel“, erzählt Franziska Zieschang, die gemeinsam mit ihrem Mann Christoph Gemeindepädagoge im Kirchspiel Gröditz ist. Dazu gehört auch die Kirche in Baruth, wo Zieschangs im Pfarrhaus wohnen. Also überlegte die 29-Jährige, ob man nicht im Kirchspiel etwas für die Kinder veranstalten kann. Die Wiese hinter der Kirche wurde in den vergangenen Jahren, seitdem die Familie hier lebt, noch nie richtig genutzt. Das wäre doch mal ein Anlass. Sie suchte Mitstreiter und fand sie in den beiden anderen Frauen. Annabel Adomßent lebt in Kleinsaubernitz, Annemarie Bretschneider in Kreckwitz – beide Orte gehören zum Kirchspiel.

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„Wir haben dann überlegt, was wir alles machen können, denn wir wollten die Familien mit einbeziehen“, sagt Annemarie Bretschneider, die Erzieherin in einer Bautzener Kita ist. Derzeit ist sie allerdings noch in Elternzeit zu Hause. Ihre Kinder sind acht, sechs, vier und zwei Jahre alt. Aus eigener Erfahrung weiß sie, dass oft viel zu wenig Zeit zum Luftholen bleibt. Aber bei einem solchen Fest könne man auch einmal innehalten, findet sie. Das bunte Treiben ringsum mit Spielen, Mega-Kicker, Basteln mit Naturmaterial, Lagerfeuer und Riesenseifenblasen soll auch dazu anregen, dass Familien etwas für sich entdecken können. Außerdem gibt es ein Glücksrad mit 300 Preisen. Für 20 Cent kann jeder einmal sein Glück versuchen. Immerhin sind der Hauptgewinn Freikarten für die Kulturinsel Einsiedel und auch für den Saurierpark oder Irrgarten. „Gerade für größere Familien ist das ja sonst unerschwinglich“, sagen die Frauen und freuen sich über diejenigen, die Preise bereitgestellt haben. Das Geld, das beim Glücksrad eingenommen wird, ist sicher keine Riesensumme. Aber es soll für einen guten Zweck gespendet werden.

Franziska Zieschang hofft, dass auch der Familiengottesdienst gut angenommen wird. Das Thema wurde zur Jahreslosung gewählt: „Gott nahe zu sein, ist mein Glück.“ Damit könne doch wohl jeder etwas anfangen, sagen die drei Frauen. Dennoch können auch Familien kommen, die nicht in die Kirche gehen.

Obwohl Familie Bretschneider mit ihren Familien zu Hause nie Langeweile hat, nahm sich die 35-Jährige Zeit für dieses Fest. „Die Leute können meckern oder enttäuscht sein, aber dann muss man doch etwas dagegen tun, wenn was nicht funktioniert. Dann fang ich einfach an“, sagt Annemarie Bretschneider. Dabei war sie gar nicht von Anfang an Erzieherin. Sie war erst Hotelfachfrau. Doch irgendwann merkte sie, dass die Arbeit mit Kindern ihr liegt. Also schulte sie um und steckte ihren Mann, den gelernten Steinmetz, an. Nun sind sie beide Erzieher.

Annabel Adomßent ist die Jüngste in der Runde. In Klitten ist sie Springer in der Kita vom Martinshof Rothenburg. Doch im September beginnt sie ein Studium zur Heipädagogin für psychische Erkrankungen. „Mein großes Ziel ist es, Kunsttherapeutin zu werden“, sagt sie. Auf diesen Sonntag freut sie sich sehr. „Im Herzen bin ich ja Krippentante“, sagt sie schmunzelnd. Vielleicht ist sie da ja am ehesten für die Jüngsten da zum Kindertag. Doch ihr Engagement rührt auch von ihrer Nähe zu Gott her, sagt sie. Was ihr der Glauben bedeutet, gibt sie auch gern weiter.

Kinder- und Familienfest in Baruth am Sonntag hinter der Kirche. Beginn: 15 Uhr mit dem Familiengottesdienst.