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Großenhain

Kindergarten (fast) ohne Kinder

Auch der Großenhainer "Pfiffikus" wirkt durch Corona an diesem Mittwoch wie ausgestorben. Doch Erzieher, Eltern und Kinder haben guten Grund für Zuversicht.

In der Kita Pfiffikus e. V. Großenhain sind Jonas mit Erzieherin Kathleen Gärtner, Ramon, Mama Ariane Panzer mit Nero (v.l.) die Einzigen.
In der Kita Pfiffikus e. V. Großenhain sind Jonas mit Erzieherin Kathleen Gärtner, Ramon, Mama Ariane Panzer mit Nero (v.l.) die Einzigen. © Kristin Richter

Großenhain. Strahlende Sonne scheint vom blauen Himmel auf das weitläufige Gelände des Kinderhauses Pfiffikus im Preuskerviertel. Normalerweise würden jetzt hier hunderte Kinder spielen und toben. Doch niemand ist zu sehen. Nur der Hausmeister verschneidet einsam ein paar Sträucher. 

Es ist Tag  eins der Allgemeinverfügung, dass alle Kindereinrichtungen wegen Corona geschlossen sind. Nur eine Notbetreuung für Kinder, deren Eltern auf Arbeit unabkömmlich sind, wird gewährleistet: für Pflegekräfte, Mitarbeiter im Handel und Transport usw. Von den sonst 126 Kindergarten- und 38 Krippenkindern sind im "Pfiffikus" je nur drei Steppkes mit dem entsprechenden Gestattungsformular abgegeben worden. "Ich hätte mit mehr gerechnet", gibt Leiterin Karla Böhme offen zu. Doch die Zahl wird noch schwanken. 

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"Einige Kinder bleiben diese Woche zu Hause, werden aber nächste Woche gebracht", sagt die Leiterin. Sie war erstaunt und freut sich aber, dass alle Eltern problemlos mitziehen. "Viele waren durch die Ankündigungen in den Medien drauf eingestellt und haben sich rechtzeitig gekümmert", sagt Böhme. Sie betreuen ihre Kleinen nun selbst zu Hause oder haben sie zu Großeltern bzw. Bekannten gegeben. 

Die 22 Mitarbeiter der Einrichtung - 14 im Kindergarten, acht in der Krippe - sind deshalb nicht ohne Arbeit. "Einige sind tatsächlich krank, manche nehmen Urlaub oder setzen Überstunden ab. Wieder andere kommen jetzt mal zu Tätigkeiten, die immer aufgeschoben werden", sagt Karla Böhme.  So wird die nötige pädagogische Dokumentation vervollständigt. Erzieherinnen gehen auch mit Wäschekörben durchs Haus: die Bettchen werden frisch bezogen, Räume desinfiziert. Auch im Garten ist einiges zu tun.

Öffnungszeiten werden angepasst

Da sich die Kinderzahl nun stark reduziert hat, wird auch die Öffnungszeit überdacht und sehr wahrscheinlich reduziert. Das wollen Karla Böhme und ihr Team aber mit den Eltern absprechen. "Ich staune wirklich, dass alles so gut funktioniert", meint die Leiterin. Das liege wohl an der rechtzeitigen Information. Am Dienstagfrüh schon war der Aushang einsehbar, Karla Böhme ist deshalb extra 6 Uhr ins Haus gekommen, um alle zu erreichen. 

Bis 17. April, also nach Ostern, so können die Erziehungsberechtigten hier lesen, ist die Einrichtung im Notbetrieb. Dass viele Kinder diese Zeit gesund überstehen, dafür hat der "Pfiffikus" einiges getan. "Wir gehen schon immer jeden Tag raus, bei jedem Wetter", heißt es. Alle Kinder haben extra Gartenkleidung. "Das trägt zur Gesundheit bei", weiß Karla Böhme. Vielleicht wird das eine oder andere Kind im Laufe der Zeit an der Einrichtung vorbeispaziert kommen. "Den Kindern werden ihre Freunde fehlen", sagt die Leiterin. Leider müssen auch die Osteraktivitäten irgendwie nachgeholt werden. 

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Doch der "Pfiffikus" hat allen Grund für Zuversicht. Ab dem Kindertag im Juni soll hier ein Festmonat stattfinden. Die Einrichtung wurde vor 55 Jahren gegründet, seit 15 Jahren gibt es den Trägerverein und seit zehn Jahren Krippenbetreuung. Karla Böhme: "Wir haben also dreifachen Grund, uns auf die Zeit danach zu freuen." Vieles ist schon in der Vorbereitung, so eine Kindermodenschau oder ein Musikfest. "Wir bringen jetzt das Haus dafür bereits auf Vordermann", heißt es. Alle hoffen und wünschen sich, dass die Notsituation dann auch wirklich ein Ende hat.     

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